Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 55

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 55 (sequence 193)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476286--7205-3483353
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Weizmann 55 festgesetzte Summe von 500 Pfund hinaus nicht gerechtfertigt sei. Unsere diesbezüglichen Vorstellungen hatten bis jetzt keinen Erfolg. Beharrt die Regierung auf dieser Politik, so ist zu befürchten, dass dadurch eine grosse Anzahl erwünschter Einwanderer von Palästina ferngehalten und das Einströmen jüdischen Privatkapitals in einem Augenblick abgeschreckt wird, der dazu angesichts der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage besonders wenig geeignet ist. Auf dem Gebiete der öffentlichen Erziehung hat die Regierung neuerdings weitreichende Reformen vorgeschlagen, von denen einige die Zukunft des hebräischen Schulwerks aufs engste berühren. Der Gesetzentwurf ist von der Exekutive unter Hinzuziehung von Sachverständigen sorgfältig geprüft worden und war Gegenstand zahlreicher Unterhaltungen mit der Regierung. Es ist kein Grund, am guten Willen der Regierung zu zweifeln oder sie zu verdächtigen, dass sie unnötigerweise unser Erziehungssystem zu erschüttern wünscht, das wir mit Recht als eines unserer kostbarsten Besitztümer in Palästina ansehen. Die Zionistische Organisation wird ein wohldurchdachtes Erziehungsreformsystem in Palästina freundlich begrüssen, aber es ist der Regierung klar gesagt worden, dass es vom jüdischen Standpunkt aus eine Lebensfrage ist, dass die Einheit und Autonomie unseres hebräischen Schulwerks intakt bleibt und dass die anerkannte Position der Jewish Agency als des für das hebräische Schulsystem verantwortlichen Organs ungeschmälert bleibt. Es braucht kaum hinzugefügt zu werden, dass keine Erziehungsreform als zufriedenstellend angesehen werden kann, die nicht den hebräischen Schulen eine Unterstützung aus öffentlichen Fonds sichert, die ihrem Platz im Erziehungssystem des Landes entspricht. Wenn ich allgemein über unsere Beziehung zur Mandatarmacht sprechen soll, so denke ich, dass wir auf die letzten beiden Jahre mit einem gewissen Mass von Befriedigung zurücksehen können Es ist richtig, dass unsere berechtigten Erwartungen in mancher Beziehung enttäuscht wurden und dass es eine Reihe hochwichtiger Probleme gibt, welche von einer Lösung noch weit entfernt sind. Aber es ist auch richtig, dass Anzeichen für das Vorhandensein einer Stimmung in Regierungskreisen vorhanden sind, wonach, so bedeutungsvoll auch die Erhaltung des Friedens in Palästina und die Errichtung einer funktionierenden Verwaltung ist, dies doch noch nicht die Rolle der Regierung im Sinne der Mandatsbestimmung erschöpft, die vielmehr die Regierung verpflichtet, solche Bedingungen zu schaffen, die die Aufgabe der Jewish Agency erleichtern. Wir haben immer da- 12

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.