Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 192)
- Language
- German, English, Hebrew
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54 2. KONGRESS-SITZUNG: Bericht und Zukunftsprogramm der Exekutive zug auf die Beschäftigung einer entsprechenden Anzahl jüdischer Arbeiter bei den Haifaer Hafenarbeiten erhalten haben. Das soll in keiner Weise bedeuten, dass die Forderung der jüdischen Arbeit jetzt in vollem Umfange anerkannt sei. Das ist noch lange nicht der Fall. Ob es sich nun um die Beschäftigung bei öffentlichen Arbeiten oder um die Anstellung im ständigen Dienst der verschiedenen Regierungsdepartements handelt, die Juden erhalten stets weniger als ihnen zukommt, sowohl von seiten der Regierung, als auch, in noch höherem Masse, von den verschiedenen palästinensischen Stadtverwaltungen, besonders der von Jerusalem. Wir sind weit davon entfernt, mit dem Erreichten zufrieden zu sein, und es liegt uns ob, die grössten Anstrengungen zu machen, dass die jüdische Arbeit, die einen so wichtigen und produktiven Teil der Bevölkerung betrifft, nicht dadurch behindert wird, dass sie sich ausserstande sieht, Arbeitsbedingungen und Löhne zu akzeptieren, die weit unter dem in zivilisierten Ländern üblichen Standard stehen. Immerhin kann wenigstens gesagt werden, dass die Regierung jetzt über das Bestehen dieses Problems sich im klaren ist und sich anschickt, einen ernsthaften Versuch zu einer gerechten Lösung zu finden. In einer wichtigen Frage ist die Haltung der Regierung in einer uns überraschenden Weise enttäuschend. Ich spreche von der Einwanderungsfrage. Soweit es sich um die Einwanderung unter dem Zertifikatsystem handelt, sind die in den letzten Jahren geltenden Bestimmungen unverändert geblieben, und das Ende der Periode der Depression hat sich neuerdings durch die Zuteilung von Zertifikaten für 3000 Einwanderer bemerkbar gemacht. Die Zahl ist nicht gross, aber sie kann wenigstens als ein hoffnungsvoller Anfang begrüsst werden. Was anderseits die Immigranten mit eigenen Mitteln anbetrifft, so ist die Lage viel weniger befriedigend. Immigranten dieses Typus haben Wichtiges zur Entwicklung Palästinas beigetragen. Von den von ihnen errichteten Unternehmungen haben einige Erfolg gehabt, andere sind gescheitert. Aber das Nettoresultat war unzweifelhaft, dass ein Fortschritt erzielt wurde, besonders auf dem Gebiete der Industrie in einem Masse und Umfange, der nicht möglich gewesen wäre, wenn man Juden, die ihr Kapital in neue und vielleicht gewagte Unternehmungen investieren wollten, davon abgeschreckt hätte. Die Zionistische Organisation hat niemals vorgeschlagen, dass überhaupt kein Vermögensminimum verlangt werden solle, aber sie hat nachdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Erhöhung dieses Minimums über die in den bestehenden Verordnungen