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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 23

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 23 (sequence 161)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7173-3483321
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Streuli, Klöti unserer Stadt beherbergen zu dürfen, und wir sind Ihnen für die Wahl Zürichs zum Kongressort zu besonderem Danke verpflichtet, um so mehr, als Sie unserer Stadt, in welcher der Zionistenkongress noch nie abgehalten worden ist, ein blindes Vertrauen geschenkt haben. Ob das nüchterne Zürich das Vertrauen rechtfertigen wird, wissen wir nicht, wir hoffen aber, dass die landschaftliche Schönheit und gutes Wetter dazu beitragen werden, dass Sie am Schlüsse des Kongresses einen befriedigenden Gesamteindruck mit nach Hause nehmen werden. Doch damit sind wir Zürcher keineswegs zufrieden. Sie sind nicht zum Vergnügen, sondern zur ernsten Tagung hierhergekommen. Es ist Ihr und unser ernster Wunsch, dass die Tagungen ein fruchtbares Ergebnis haben. Kennen wir auch die zionistische Bewegung nur in grossen Zügen, so sehen wir doch mit Staunen und Bewunderung, wie ein seit zweitausend Jahren aus seiner Heimat vertriebenes und verfolgtes Volk so viel Zähigkeit und einen so starken Willen zum eigenen Leben aufzubringen vermag, dass ihm der kühne Gedanke gekommen ist, eine neue Heimstätte in der alten Heimat zu erbauen. Der Idealismus und Optimismus eines Theodor Herzl erfüllte uns mit hoher Achtung, nicht etwa weil wir die Idee für realisierbar hielten, sondern weil ein so grosser Optimismus in unserer materialistischen Zeit uns wie ein Wunder aus dem Morgenlande erschien. Das zweite Wunder war die Balfour- Deklaration und das Mandat. Und seit einer Reihe von Jahren sind wir Zeugen des dritten und des grössten Wunders, der Verwirklichung der jüdischen Heimstätte. Wir Schweizer Regierungsmänner finden gar oft, dass unsere Aufgabe nicht leicht sei, und bilden uns etwas darauf ein, wenn wir sie halbwegs befriedigend gelöst zu haben glauben. Aber wie bescheiden müssen wir werden, wenn wir die ungeheuren Schwierigkeiten ins Auge fassen, mit denen die Verwirklichung der jüdischen Heimstätte verbunden ist. Dennoch geht es erfreulich vorwärts, wie uns unbefangene Männer, die das Land besucht haben, MacDonald und Vandervelde, bezeugen. Wir beglückwünschen Sie zu Ihrem Erfolg, die Kolonisten zu den ersten Früchten ihrer Arbeit, und wünschen auch Ihren interessanten Versuchen, neue soziale Lösungen zu finden, besten Erfolg.

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