Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 477)
- Language
- German, English, Hebrew
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Grünbaum, Kaplan Bewegung und der Arbeit einen neuen Schwung zu geben. Wir forderten eine umfassende Koalition auf Grundlage eines breiten, schaffenden Programms. Zu unserem Bedauern hat unser Euf auf dem Kongreß keinen Widerhall gefunden. Gerade die Jahre der Krise wurden zu einer häßlichen Hetze gegen die Arbeiter in Erez Israel benützt. Und je länger die Krise dauert, je größer die Leiden sind, desto stärker werden die Angriffe gegen die Arbeiter, die sich auf die Unkenntnis gründen, auf die völlige Verkennung des Lebens im Lande, auf Feindschaft und Haß gegen die Arbeiter. Die Gegnerschaft und das Mißtrauen gegenüber den Arbeitern hat auch den Kongreß überschwemmt, von der äußersten Rechten bis herüber in die Reihen der Radikalen. Man suchte einen Schuldigen und man fand ihn in der sogenannten „Arbeiterherrschaft". Es war eine Losung des Tages: Die Rettung des Zionismus besteht in der Befreiung der Exekutive von der Beteiligung der Arbeiter, in der Schaffung einer Exekutive ohne Vertreter der Arbeiter. Das Ergebnis dieser Stimmung, dieses Kampfes gegen die Arbeiter ist die neue Palästina-Exekutive mit ihrem Programm. Geehrter Kongreß! Wir stehen vor einem entscheidenden Augenblick. Wir haben die Möglichkeit, die Exekutive zu stürzen. Wir haben aber keine Möglichkeit, jetzt in dieser späten Stunde des Kongresses eine andere, bessere, zu schaffen. Die Vertreter der Arbeiter auf dem Kongreß stehen hier allein. Der Kongreß steht vor der Gefahr des Zerfalles, die Bewegung ist von Desorganisation bedroht. Es gibt sehr gute Zionisten, die sieh mit einem prinzipiellen Kampf, mit Reden begnügen können, und mit ruhigem Gewissen werden sie nach dem Kongreß zu ihrem gewöhnlichen Leben im Gallith zurückkehren. Wir aber tragen die Verantwortung für den Aufbau des Landes auf uns, wir müssen in unsere Siedlungen zurückkehren, zu unseren arbeitslosen Genossen, wir können den Zerfall nicht zulassen. Es handelt sich bei uns um Leben, nicht nur um tausende von Genossen, sondern um den Aufbau in Erez Israel und im Galuth. Wir haben kein Vertrauen zu dem palästinensischen Teil der neuen Exekutive, aber wir wollen ihr eine Chance geben. Sie nimmt eine ungeheure Verantwortung auf sich und wir werden sie Tag für Tag an ihre Verantwortung erinnern. Es wird hier ein gefährlicher Versuch gemacht, und wir sind sicher, daß die Existenz einer rein bürgerlichen Leitung rasch die zionistische öffentliche Meinung darüber belehren wird, wie töricht die Arbeiterhetze ist, beweisen wird, daß ohne Mit- 28* 435