Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 429 (sequence 471)
- Language
- German, English, Hebrew
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Berlin, Jabotinsky, Grünbaum, Locker, Ussischkin Vorsitzender: Ich erteile Herrn Ussischkin jetzt das Wort; wenn Sie nachher eine Debatte haben wollen, werde ich darüber abstimmen lassen. Del. I. Grünbaum: Dieser Vorgang ist unzulässig. (Lebhafte Zwischenrufe.) M. M. Ussischkin (von lebhaftem Beifall begrüßt — jüdisch): Geehrter Kongreß! Bisher habe ich geschwiegen. Ich dachte, daß ich mit Schweigen etwas ausrichten könnte. Aber ich sehe, es geht nicht. Nun muß man reden! Es ist meine heilige Pflicht, eine Institution, die dieses Jahr ihr 25jähriges Jubiläum gefeiert hat, gegen Attentate von neugekommenen Menschen zu schützen. Als Herr Sacher im Permanenzausschuß über sein Programm sprach, stellte er als eine Bedingung, daß das Statut des Keren Kajemeth abgeändert werden und daß das Direktorium des KKL bloß als Sammelstelle fungieren soll. Ich habe mit Herrn Dr. Weizmann gesprochen und habe ihm die große Gefahr erklärt. Er hat mir recht gegeben und in der Versammlung der allgemeinen Zionisten diese gebeten, sie möchten sich bei Sacher dafür einsetzen, daß er nachgäbe. Und jetzt ist Dr. Weizmann gekommen und hat wieder in klarer Form gesagt, daß man statutarisch den Keren Kajemeth in dem Sinne ändern soll, daß er der Exekutive völlig unterworfen, und das heißt, ruiniert wird. Geehrter Kongreß! Bevor Ihr etwas Neues tun und neuhinzugekommenen Menschen nachgeben wollt, ist es Eure heilige Pflicht vor der Geschichte: Kettet und ruiniert nicht, was sich gesund entwickelt! Uebergebt nicht der Exekutive, die uns diesen Euin gebracht hat, eine Institution, die lebt und sich gesund entwickelt. Legt sie nicht in ein krankes Bett! Begrabt sie nicht! Fordert, daß dieser Passus in der Erklärung gestrichen wird! Del. V. Jabotinsky: Eine Anfrage, Herr Präsident! Ich stelle die Frage an Sie, worum es sich handelt. Ich möchte eine authentische Deklaration haben. Was ist diese ganze Geschichte? Was meint Dr. Weizmann? Worin bestehen die Forderungen des Herrn Sacher? Ich möchte wissen, worüber ich abstimmen soll. Salman Schocken (A. C. — deutsch): Ich will die Erklärung des Herrn Dr. Weizmann wiederholen. 429