Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 319)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ostrowsky, Juris, Brod Gedanken des Judentums auf dem Boden des Keren Kajemeth verwirklichen. Thora und Religion sind nicht hloße Worte. Die neuen sozialen Lehensformen sind religiöse Tatsachen. Chaluziuth und Ohassidismus entspringen denselben Quellen. Wir Linken hindern niemanden, sich in religiösen Lebensformen auszuleben. Aber jeder Zwang zu bestimmten religiösen Lebensformen steht im Gegensatz zum Judentum und zur jüdischen Religion. Die Arbeit des Keren Kajemeth darf nicht politischen Auffassungen und Meinungen zuliebe gestört werden. Der Erfolg in Kanada kann der Anfang einer großen Periode im Keren Kajemeth und im Zionismus, der Beginn gewaltiger Aktionen, auch für den Keren Hajessod, sein und kann andere Länder mächtig beeinflussen. Ich wiederhole: Es kann keine religiösere und frömmere Arbeit in Palästina geben als die Arbeit auf dem Boden des Keren Kajemeth. Ob die Formen dieselben bleiben werden, hängt von der Zukunft ab und von Eurer Taktik. Der Parteikampf zerstört die Arbeit des Keren Kajemeth; es ist das Schuld der einzelnen Parteien. Es darf bei der Arbeit des Keren Kajemeth absolut keine Parteipolitik geben. In Erez Israel müssen alle nationalen und religiösen Lebensformen zum Ausdrucke kommen, alle Klassen und alle Eichtungen. (Lebhafter Beifall links.) Rabbi S. Brod (A. C, Misrachi — jüdisch): Ich freue mich, daß mein Vorredner das Niveau der Diskussion gehoben hat. Wir anerkennen die Opferwilligkeit und die großen Opfer, die die Arbeiterschaft beim Aufbau des Landes bringt. Wir haben den größten Kespekt vor dem heiligen Feuer der Liebe für den Aufbau unseres heiligen Landes. Wir sehen darin die alte heilige Wahrheit, wirkliche Religiosität, das Feuer jüdischer Wahrheit und Heiligkeit, das neu aufloderte im Herzen unserer Jugend. Aber ich verstehe nicht die Argumente meines geehrten Vorredners. Auch die Argumente eines Teiles meiner Chawerim kann ich mir nicht zu eigen machen. Es kommt mir nicht darauf an, ob solche Dinge bei der Sammlung für den Keren Kajemeth Nutzen bringen oder nicht. Die religiösen Forderungen haben beim Misrachi einen solchen Charakter und eine solche Größe, daß man sie nicht nach Groschen und Pfunden, nach Erfolgen und Mißerfolgen messen kann. Die Sache ist uns viel größer, heiliger und teurer. Es ist dies in erster Reihe eine Frage des Anstandes, des Taktes und der Kultur. Wenn man mit anderen Juden zusammenwohnt, bei welchen die Verletzung der Religion das Gefühl tiefsten Schmerzes hervorruft, so fordern die elementarsten Begriffe von Anstand und kultureller Erziehung, diese Gefühle nicht zu verletzen. Jeder 27ff