Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 289)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ruppin für möglich halte, der Typus desPflaii'zers, speziell des Orangenpflanzers, der etwa 15 Dunam bewässerten Boden besitzen und davon den größeren Teil mit Orangen bepflanzen soll, kostet bis zur Fruchttragung der Pflanzung, einschließlich eines Wohnhauses, nicht weniger als 1200 Pfund. Da aber zu hoffen ist, daß für diesen Typus sich bemittelte Kandidaten finden werden, so dürften auch für diesen Typus im Wege des Kredits höchstens 900 Pfund erforderlich sein. Vielleicht kann sogar, wenn wir die Kredite nicht Einzelnen geben, sondern uns an privaten Pflanzungsgesellschaften, wie z. B. der von Dr. Brünn vorgeschlagenen, beteiligen, der Betrag pro Familie noch weiter heruntergesetzt werden. Daneben aber sehe ich die Möglichkeit für einen dritten Typus, den ich als den Typus des Ar heiter Siedlers bezeichnen möchte. Sie erinnern sich vielleicht, daß wir früher einmal viel von dem Typus des Häuslers in den Kolonien gesprochen haben, d. h. von einem Arbeiter, der von Lohnarbeit lebt, aber daneben ein Häuschen und 1 bis 2 Dunam Boden für Gemüsezucht für den eigenen Bedarf haben soll. Ich muß Ihnen leider sagen, daß dieser Typus sich als ein Mißerfolg herausgestellt hat, und zwar aus psychologischen Gründen. Unsere Juden wollen nicht ewig Arbeiter bleiben. Sie sind bereit, während eines Übergangsstadiums Arbeiter zu sein, aber sie wollen den Weg zu einer späteren Selbständigkeit sehen. In Europa gibt es Landarbeiter, die vor der Selbständigkeit zurückschrecken, weil sie sich nicht die Befähigung zur Führung einer Wirtschaft zutrauen. Einen jüdischen Landarbeiter von dieser Mentalität habe ich noch nicht gesehen. Sogar die Jemeniten, von denen wir früher glaubten, daß sie Arbeiter bleiben würden, fordern mit Recht, zumindest für ihre Kinder, einen Weg zur Selbständigkeit. Ich glaube, dieser Weg ist möglich, wenn man ihnen nicht wie bisher nur ein bis zwei Dunam, sondern mindestens 10 bis 15 Dunam Land gibt, von denen mindestens 10 bewässerbar und für Bepflanzung mit Orangen durch Tiefpflügen etc. vorbereitet sind. Ich stelle mir vor, daß dann der Arbeiter im Laufe von einigen 247