Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 284)
- Language
- German, English, Hebrew
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8. Sitzung: Referat über Palästinawirtschaft zur landwirtschaftlichen Ausbildung haben die Kwuzoth uns als ein Surrogat für die landwirtschaftlichen Schulen gedient, und aus ihnen sind die besten unserer landwirtschaftlichen Siedler, sogar diejenigen, die später in die Moschwe Owdim eingetreten sind, hervorgegangen. Ich sehe auch heute noch nicht, wie wir ohne die Kwuzoth imstande sind, unseren Einwanderern das notwendige landwirtschaftliche Training zu geben. Es gibt in Palästina nur eine einzige landwirtschaftliche Schule, und die Unterweisung in den Pflanzungskolonien ist außerordentlich einseitig. Nur in den Kwuzoth konnte bisher der junge Arbeiter den ganzen vielseitigen landwirtschaftlichen Betrieb kennen lernen. Ich hoffe allerdings, daß es daneben gelingen wird, bei den einzelnen Siedlern in den Moschwe Owdim junge Leute als Lehrlinge unterzubringen und dadurch die Möglichkeit zur landwirtschaftlichen Ausbildung zu erweitern. In jedem Falle, scheint mir, haben wir kein Recht, von irgend einem doktrinären Standpunkt aus über die Kwuzoth, weil sie etwas Neues darstellen, den Stab zu brechen. Man muß ihnen fair play geben und sie an ihren wirtschaftlichen Resultaten messen. Die bisherigen Erfahrungen rechtfertigen es in keiner Weise, die Kwuzoth in ihren wirtschfatlichen Resultaten über oder unter die Moschwe Owdim zu stellen. Prof. Elwood M e a d und Prof. Oppenheimer haben in ihren Berichten darauf hingewiesen, daß es notwendig sei, die Leitung jeder Kwuzah aus den Händen des selbstgewählten Arbeiterkomitees zu nehmen und einem landwirtschaftlichen Sachverständigen zu übertragen. Ich wäre im Prinzip mit solch einer sachverständigen Leitung sehr einverstanden, das Schlimme ist nur, daß solche für Palästina geeignete landwirtschaftliche Verwalter ungeheuer selten sind, daß ihr Gehalt eine schwere Belastung für die Kwuzah ist und daß durch den Verwalter mit seinen höheren Ansprüchen in den sonst einheitlichen und sehr einfachen Standard of life der Genossen eine Zwiespältigkeit der Lebenshaltung hineinkommt, die auf die 242