Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 243)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann man so einfach hinein erklärt, wir brauchen „eine große politische Tat11, so frage ich: „Was ist das, wie macht man das?1' Wohl als Antithese wurde von der Kleinarbeit gesprochen. Ich habe seit Jahren gesagt, daß unsere Arbeit sich zum großen Teile aus Routine, aus wichtigeren und weniger wichtigen Tätigkeiten zusammensetzt. Die Hauptsache ist, daß die Summe dieser kleinen Dinge einen Fortschritt bedeutet. Große politische Taten geschehen einmal in zwanzig oder fünfzig oder noch mehr Jahren. Damit kann man nicht jedesmal aufwarten, und ich glaube nicht, daß man es irgendeiner Leitung als Schuld vorwerfen kann, daß sie keine großen politischen Taten vollbracht hat. Das erinnert mich etwas an den Batlanuth- Standpunkt, der immer wunderbare Dinge von irgendwoher erwartet, nach dem alten Scherzwort: „Sieben Chachomim sitzen im Ausland und denken sich Maschinen aus." Die politische Tat paßt sich dem Leben an, das Leben diktiert die Dinge; und sollte es sich so wenden, daß wieder eine große politische Konjunktur entsteht, dann wird vielleicht der politische Leiter, der dann die Geschicke der Bewegung betreut, eine große politische Tat vollbringen. Vielleicht ist es angebracht, hier etwas zu sagen, was ich einmal in einer A. C.-Sitzung berichtet habe: Nach dem Beschluß von San Remo — ich weiß nicht, ob man ihn zu den großen oder kleinen Taten rechnet — sagte einer der führenden englischen Staatsmänner zu mir: „Die Welt wird jetzt einfrieren. Es wird nach dieser ungeheuren Aufrüttelung, die Ihnen wie anderen idealistischen Bewegungen eine besondere Konjunktur gebracht hat, eine Ermüdung eintreten, und Ihre Sache wird eine schwere Zeit durchzumachen haben. Die Welt sieht so aus wie das Baltische Meer vor einem Prost. Noch wirft es Weilen, aber im nächsten Augenblick ist alles hart und starr." Ich glaube, es war wirklich ein prophetischer Ausblick, und man weiß, unter welchen Schwierigkeiten die ersten Schritte in unserer Arbeit ge- 201