Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 208)
- Language
- German, English, Hebrew
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7. Sitzung: Generaldebatte Gerade in letzter Zeit ist nach jahrelangen Verhandlungen der Hapoel Hamisrachi in die allgemeine Krankenkasse eingetreten, und das ist kein Beweis für Vergewaltigung. Im Gegenteil, es ist ein Zeugnis dafür, daß zwischen den Arbeitern das gegenseitige Verständnis wächst. Es besteht die Hoffnung, daß der Hapoel Hamisrachi Mitglied der Allgemeinen Arbeiterorganisation wird. Natürlich gab es Differenzen. Aber wenn man davon spricht, muß man die Sache richtig darstellen. Ich weise auf einen besonders schweren Zusammenstoß in Haifa hin. Das Schiedsgericht hat damals ein Urteil gefällt, auf dem Eabbi Ostrowsky unterschrieben ist, und in diesem Urteile heißt es: Die Arbeiterorganisation des Misrachi bedauert, daß auf Grund ungenügender Informationen teils unrichtige, teils übertriebene Mitteilungen in die Presse gelangt sind. Nachdem man dies eingestanden hat, kommen nun wieder Leute mit dem Versuche, durch Wiederholung solcher Anschuldigungen das Bestreben, die Arbeiter auf Grund gemeinsamer Interessen zu vereinigen, zu vereiteln. Ein solcher Versuch muß auf das schärfste verurteilt werden. (Beifall.) Rabbi Meyer Berlin (A. C, Misrachi — hebräisch): Geehrter Kongreß! Der Vertreter des Hapoel Hamisrachi ist leider nicht anwesend und kann darum nicht den Vorfall in Haifa richtig darstellen. Im Namen des Misrachi und des Hapoel Hamisrachi erkläre ich mich mit dem ersten Teil der Ausführungen Arlosoroffs einverstanden und bemerke, daß Herr Gesundheit nicht in unserem Namen gesprochen hat. Doch halte ich es für notwendig, gleichzeitig zu betonen, daß, wenn auch im Falle von Haifa die Arbeiter keine Schuld tragen und der Hapoel Hamisrachi mit der Arbeiterorganisation zu einer Verständigung gekommen ist, doch andere Fälle vorgekommen sind, bei denen die Arbeiter nicht im Eechte waren, wie in Sichron Jakob und Tel Awiw. Ich glaube, daß der Vertreter des Hapoel Hamisrachi dies in seiner Eede erörtern wird. Es ist nicht von einem Eintritt des Hapoel Hamisrachi in die Kupat Cholim die Eede, sondern von einer gemeinsamen Arbeit der Krankenkasse des Hapoel Hamisrachi mit der Arbeiterorganisation. Eine Verständigung über eine gemeinsame Beteiligung ist noch keine Verschmelzung. Wir bedauern sehr, daß die Küchen der Arbeiterorganisationen unjüdisch sind und daß die Siedlungen nicht im Einklang mit der Tradition geführt werden. Denn wir müssen ein arbeitendes, zugleich aber auch traditionelles Judentum haben. (Beifall.) Schluß der Sitzung: 6 Uhr 10 Min. abends. 166