Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 49)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann Ein Aufbauwerk, eine Kolonisation wie die unsere, macht verschiedene Phasen durch. Unser Werk ist heute bereits eingeordnet in die Zusammenhänge der realen Welt, es steht in dauernder Wechselwirkung mit vielen Tatsachen, die von uns unabhängig sind und die uns oft überrennen. Muß es ausgesprochen werden, daß wir selbst oft nicht mit allen Einzelheiten unseres eigenen Werkes zufrieden sind? Eine nur allzu begreifliche Ungeduld ist vor allem unzufrieden mit dem Tempo unseres Fortschritts. Denn uns treibt auch mit grausamer Gewalt das Bewußtsein von der kritischen Lage hunderttausender unserer Brüder, für die in dem Gebäude der übrigen Welt kein Raum zu sein scheint, zu schnellen Taten. Aber diese Disproportion zwischen unserem Wollen oder Müssen und unserem Können darf uns doch nicht zu einer Unterschätzung unserer bisherigen Leistung führen. Wenn wir alle Umstände berücksichtigen, wenn wir bedenken, in welcher Zeit, mit welchem Volk, in welchem Land und unter welchen Bedingungen unsere Arbeit vor sich gehen mußte, so können wir ohne Ueberhebung sagen, daß das, was der Zionismus nach dreißig Jahren seines Bestandes vollbracht hat, einzig dasteht in der jüdischen Geschichte. Und wenn sich von Zeit zu Zeit besondere Schwierigkeiten auftürmen, die wir Krisen nennen, wenn wir infolge des Zusammentreffens einer Reihe von ungünstigen Momenten Rückschläge erleiden, so darf und wird uns das nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Gerade im gegenwärtigen Moment ist unser ganzes Denken und Sorgen aufgerührt durch eine solche Krise. E s w ä r e u nklug, ihre Schwere zu unterschätzen, aber es wäre gefährlich, sie zu übertreiben. Wir haben das Vertrauen: die Fundamente unseres Baus sind fest genug, ihr standzuhalten. Wir werden unsere äußersten Kräfte anspannen, die Krise zu überwinden, aber unser zionistischer Wille wird für keinen Augenblick entmutigt. Was wir jetzt erfahren, hat aber auch seine Lehre in sich — und solche Lehre ist vielleicht nicht zu teuer erkauft. Der Kongreß darf das 7