Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 611 (sequence 622)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rosenblüth, Locker, Lewin von dem Ertrag ihrer eigenen Arbeit leben und an dem Aufbau Palästinas mitarbeiten. Genau wie der „Hapoel Hamisrachi" seinen Platz in der Histadruth gefunden hat, ebenso können auch misrachistische Chaluzim in der Weltorganisation Hechaluz organisiert sein. Nie mand — (Zwischenrufe) — entschuldigen Sie, stören Sie mich nicht — Sie wissen es ganz genau (weitere Zwischenrufe) ... Meine Herren vom Misrachi, eben der Herr, der mir jetzt Zwischenrufe macht, weiß es ausgezeichnet. Die Mehrheit seiner Genossen vom Hapoel Hamisrachi ist zur Histadruth gegangen, und das ist ja auch Ihnen ganz gut bekannt. (Zwischenrufe und Beifall.) Aber, mein lieber Herr, Sie haben es doch selbst in Ihrem Hauptorgan festgestellt, und es ist Ihnen ja sicherlich bekannt, daß auch schon vom Hechaluz Hamisrachi Mitglieder zu uns übergegangen sind, auch in Polen. Ich möchte also, daß Sie es der chaluzischen Jugend überlassen, selbst ihre Stellung zu den verschiedenen Strömungen festzustellen. Suchen Sie nicht künstlich in der Hechaluz-Bewegung Spaltungen hervorzurufen. Ich ersuche daher, der Kongreß möge diesen Vorschlag ablehnen, um keine Spaltung der Hechaluzbewegung herbeizuführen. Wir schlagen Ihnen vor, an dem Beschluß des 13. Kongresses festzuhalten, da dieser die Möglichkeit einer Kontrolle der Tätigkeit des Hechaluz und die Verwendung der ihm beistehenden Mittel sichert, nachdem Sie ja eben einen Beschluß über die Reorganisierung der Machlakath Awodah gefaßt haben. Durch diesen Beschluß ist unserer Meinung nach die Machlakath Awodah eigentlich aufgehoben. Laut dem neuen Beschluß habt ihr einen sehr großen Einfluß auf die Machlakath Awodah. Eure Interessen gegenüber dem Hechaluz sind schon durch die Machlakth Awodah und das Palästinaamt genügend gesichert, es ist also kein Grund für eine Demonstration des zionistischen Kongresses gegen die Hechaluzorganisation. (Beifall.) Delegierter Eliahu Lewin (jüdisch): Geehrter Kongreß, ich glaube, daß Herr Locker etwas vorzeitig mit seiner Rede gekommen ist; er hätte viel besser daran getan, noch eine halbe Stunde zu warten, weil eben dem Präsidenten ein anderer, viel weitergehender Vorschlag unterbreitet wurde. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, daß die Kommission ihren Vorschlag so abgefaßt hat, um zu einer Verständigung mit den Führern des Weltverbandes „Hechaluz11 zu kommen. Wenn sich nun Gesinnungsgenosse Locker der Chaluzorganisation annimmt, so schadet er ihr mehr, als er ihr nützt. Ich möchte, daß der Chaluz eine Institution ist, die die Leute für Palästina vorbereitet. Der Minderheitsvorschlag will nun solche Verbände schaffen. Wegen der Stellung der Hechaluz- Organisation haben sich in verschiedenen Ländern und auch bei uns in Polen große Teile der Chaluzbewegung, die nicht der linken Richtung angehören, in besonderen Chaluzorganisatiomen organisiert. Wir schlagen deshalb vor, daß die bestehenden Chaluzim-Organisationen an dem für Hachscharah festgesetzten Budget — aus dem Berichte 39* 611