Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 551 (sequence 562)
- Language
- German, English, Hebrew
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Waldmann, Romano, Weizmann (Delegierter Dr. Soloweitschik: Dann wollen wir den Kongreß schließen! _ Lebhafter Widerspruch. — Ruf: Was heißt „wir"?) Wenn wir keine genügende Information erhalten, fängt ja das Spiel der letzten Tage wieder von vorne an! Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Geehrter Kongreß! Es handelt sich darum, ob die Herren Dr. Weizmann und Sokolow, an die wir die Aufforderung gerichtet haben, wiederutm an die Spitze der Organisation au treten, dem nur Folge leisten wollen, wenn wir die Anträge unverändert annehmen. Wollen ßich die Herren -dazu äußern? Präsident der Zionistischen Organisation Dr. Weizmann (mit stürmischem Beifall begrüßt): Geehrter Kongreß! Es war nicht meine Absicht, vor der Abstimmung das Wort zu ergreifen. Wenn ich mich jetzt dazu gezwungen fühle, so will ich damit nicht irgendwie die Abstimmung beeinflussen, sondern nur einige Informationen erteilen. Ich will mich auch nicht darauf einlassen, hier über den Geist der verschiedenen Amendements zu sprechen. Die Amendements sind meiner Meinung nach nicht derartig, daß man sie im Handumdrehen annehmen oder ablehnen kann. Es sind sachliche Dinge, zum Beispiel, daß der Council nicht einberufen werden soll, bevor Polen, Palästina und Amerika ihre Vertreter gewählt haben werden. Ich mache den Kongreß darauf aufmerksam, daß dieser Antrag von der Seite der Nichtzionisten herstammt. Ich sehe infolgedessen keine Schwierigkeiten für seine Durchführung. Sollte aber dieser Punkt dazu benützt werden, um Obstruktion gegen die Bildung des Councils zu machen, so wird die Jewish Agency überhaupt nicht Zustandekommen. Entweder — oder! Man geht in dieses Bündnis in Frieden oder im Kampf. Man behandelt einander gegenseitig wie Diebe oder wie Menschen, die gemeinsam etwas leisten wollen. Darauf kommt es an. Die Frage, ob die Arbeiter in Amerika, wenn sie bereit sein werden, in die Jewish Agency einzutreten, ihren Platz finden werden, habe ich damit zu beantworten, daß ich der erste war, der mit den Arbeitern — und sehr ernstlich — verhandelt hat. Vorläufig sind sie nicht bereit. Wenn es einmal dazu kommen wird, so werden sie meiner Ueberzeugung nach ihren Platz finden. Ben Gurion soll mir verzeihen, ich spreche so, weil ich mehr von der Psychologie der amerikanischen Arbeiter verstehe als er. Den schlimmsten Dienst wird er der Jewish Agency erweisen, wenn gerade er dafür sorgen will, daß die Arbeiter zu uns kommen. Die Arbeiter verhandeln tatsächlich lieber mit der Zionistischen Organisation als mit Ben Gurion, genau so wie die Agudah lieber mit uns verhandelt als mit dem Misrachi. (Lebhafter Beifall und Heiterkeit. Delegierter Locker: Aber für Palästina haben die Arbeiter mit uns gearbeitet, Herr Präsident!) Herr Locker, es tut mir leid, daß es so ist, aber es ist so. (Zwischenruf Locker: Und die Gewerkschaftskampagne in Amerika?) Die 551