Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 497 (sequence 508)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow großen Aufgabe widmet und nunmehr auch eine freie Regierung hat, die Steuern einhebt und alle Arten von Schulen unterhält, und Sie werden wohl auch wissen, daß es in Irland Patrioten gibt, die bereit sind, ihr Leben für ihre nationale Sache zu opfern, daß es sich also hier um ein mutiges und tapferes Volk handelt, das sein Land nicht verlassen hat und in der neuen Welt in Amerika sehr viele Volksgenossen hat, die es materiell in ausgiebigem Maße unterstützen. Dieses irische Volk arbeitet nun mit all seinen Kräften an der Wiederbelebung seiner alten Sprache. Ich habe die Entwicklung der Dinge ein wenig verfolgt, insbesondere die literarische Seite der Sache, und jeder, der Irland kennt, kann selbst die Erfolge der jahrzehntelangen Anstrengungen eines Volkes, das in seinem Lande lebt und von außen her unterstützt wird, beobachten. Wenn Sie nun die Erfolge der Iren mit dem, was wir in Erez Israel mit unseren geringen Mitteln und unserer geringen Anzahl von Lehrern und Schulen in so kurzer Zeit geschaffen haben, vergleichen, dann werden Sie einsehen, wie wunderbar unsere Erfolge sind, und daß wir auf eine segensreiche Entwicklung zurückblicken können. Ich will nicht besonders hervorheben und werde nicht ruhmredig darauf hinweisen, daß wir in Erez Israel bedeutende Schriftsteller haben, ausgezeichnete Dichter, eine schöne Literatur, und daß auch neue Talente dort blühen. Ueber diese Tatsache will ich nicht lange Reden halten, denn auch in der Diaspora haben wir Schriftsteller und eine schöne Literatur; hoffentlich wird die palästinensische eine höhere Stufe erreichen; jedenfalls haben wir einen Teil dieser Kulturwerte auch in der Diaspora mit ehrlichem Mühen zu erzeugen versucht. Aber was wir in der Diaspora nicht hatten, das ist die Grundlage unserer nationalen Existenz, die Grundlage unserer Zukunft: eine lebende Sprache, die nicht nur in den Kreisen der Geistesmenschen, der Dichter und Schriftsteller lebt, sondern in den tiefsten, elementarsten Volksschichten, unter den kleinen Kindern, die in dieser Sprache erzogen werden. Das ist das Ursprüngliche, das 32 497