Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 314 (sequence 325)
- Language
- German, English, Hebrew
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6. Sitzung: Generaldebatte Er vergißt, daß wir in der ganzen Frage der Jewish A g e n c y den konstitutionellen Weg gegangen sind und daß er es verhindert hat — und das war sein gutes Recht —, daß die Sache schneller vorwärts gehe. Wäre nicht eine fortwährende Opposition gegen diesen ganzen Plan, die Herr Grünbaum mit großem Geschick und mit einer Begeisterung, die einer besseren Sache wert wäre, geleitet hat, wäre nicht diese Opposition gewesen, so wären wir vielleicht mit der Jewish Agency vor einem Jahre fertig gewesen, und es wäre möglich oder nicht möglich, heute Resultate zu zeigen. Aber suchen Sie doch nicht den Spieß umzudrehen. Zuerst verhindern Sie eine Sache und nachher verlangen Sie Resultate. (Beifall.) Aber das ist nur nebenbei. Das ist nicht die Hauptsache von all dem, was Herr Grünbaum eigentlich sagen wollte. Es bestand in diesem Kongreß eine Tendenz, die sich besonders einige Wochen vorher schon verdichtet hat, der Exekutive und hauptsächlich mir einzureden, daß eigentlich die Jewish Agency gefallen ist. (Delegierter Grünbaum: Braucht man das noch einzureden?) Und da Herr Grünbaum darauf rechnet, daß ich ein Impressionist bin, so glaubt er, auf diese impressionistische Psychologie eine Wirkung ausüben und uns einreden zu können: Es ist nichts mehr zu wollen. Und wieder will ich Sie um eine Illusion ärmer machen: Wir haben den Standpunkt in der Jewish Agency nicht geändert, werden ihn nicht ändern und hoffen, diesen Plan auf dem Kongreß durchzuführen. (Lebhafter Beifall.) Nun einige Worte über diesen „Impressionismus": Ich habe das Vergnügen, mit Herrn Grünbaum vielleicht schon eine Generation zu arbeiten, manchmal zusammen, manchmal gegeneinander, aber wir scheinen uns noch immer nicht zu kennen. Herr Grünbaum, ich bin der hartnäckigste Mensch der Welt und habe es in diesen elf Jahren bewiesen. Es macht auf Sie manchmal den Eindruck, daß in London, besonders in politischer Beziehung, sprunghaft gearbeitet wird. Der Grund dafür 314