Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 118)
- Language
- German, English, Hebrew
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Kaplansky und der Kongreß soll es wissen, daß alle Experten, die ich in Palästina konsultiert habe, große Zweifel und ernste Bedenken gegen den Plan von Soskin in unserer Kolonisation haben. Man zweifelt sehr daran, ob wir entsprechendes Menschenmaterial für eine Kolonisation von Hand- und Hackarbeit haben, man hegt große Zweifel in Bezug auf eine der Hauptgrundlagen des ganzen Planes, in Bezug auf die Möglichkeit, einen Absatzmarkt für die Produkte zu sichern. Aber dessenungeachtet habe ich mich immer auf den Standpunkt gesteilt, sowohl früher im Wirtschaftsrat, als auch als Direktor des Kolonisations-Departements, daß trotz aller Zweifel ein ernster Versuch einer solchen intensiven Kleinkolonisation auf einer genügend breiten Basis gemacht werden muß. Meine Argumente sind sehr einfach. Es wird uns ein Vorschlag einer billigeren und dichteren Kolonisation gemacht, und das sind ja die zwei Probleme, deren Lösung wir in Palästina mit allen Kräften anstreben. Unsere Kolonisation — ich möchte einige Worte darüber sagen — unsere Kolonisation ist nicht so teuer, wie man allgemein glaubt. Aber wir sind ein armes Volk, und ein Betrag von 1200 Pfund pro Familie ist ein großer Betrag. So entsteht die Frage, wie man die Kolonisation billiger machen kann. Andererseits ist Erez Israel ein kleines Land und die Landreserve, die zu unserer Verfügung steht, ist begrenzt. So ist es verständlich, daß wir uns nicht damit begnügen können, wenn wir als Durchschnitt für die Bodenfläche, die eine Familie benötigt, den Stand von 200 bis 300 Dunam in den Ica-Kolonien auf 100 Dunam in unseren gemischten Wirtschaften heruntergebracht haben. Wir hoffen, daß durch eine Reihe von Verbesserungen, Bewässerung, Gemüsebau und so weiter, der Stand auf 60 bis 50 Dunam pro Familie reduziert werden kann. Aber wir können uns auch damit nicht begnügen, und wenn eine Möglichkeit vorhanden ist, eine Kolonisationsart zu finden, weiche 10 Dunam pro Famlie! verlangt, eine Kolonisationsart, in der unser Geldaufwand ungefähr um die Hälfte billiger sein ward als in den bisherigen Wirtschaf- 107