Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 99)
- Language
- German, English, Hebrew
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3. Sitzung: Referate über Palästinawirtschaft eine Rückwanderung gibt. Wir haben das schon einmal; gehabt, vor drei Jahren. Wenn es uns nicht gelingt, die Leute, die nach Palästina kommen, so zu verwurzeln, daß sie eine Existenz haben, so sind wir in keiner Weise da^ gegen geschützt, daß dieselben Leute Palästina wieder verlassen. Es nützt also nichts, nur auf Quantität hinzu^ arbeiten, das wird uns nicht einen dauernden Zufluß bringen. Man muß neben der Quantität auch darauf sehen, daß diese Elemente in Palästina wirtschaftlich leben können. (Beifall.) Ich darf weiter auf folgende Tatsachen vielleicht hinweisen. Als ich zum ersten Mal in Palästina war, im Jahre 1907, war damals eine kleine, arme jüdische Gesellschaft, die sich „Achusath Bajith" nannte und die mit dem Projekt kam, ein Stadtviertel neben Jaffa zu gründen, Hätte ich mich damals an Privatleute gewendet und ihnen vorgeschlagen, Geld für die Gründung dieses Stadtviertels zu geben, niemand hätte sich auf ein solch waghalsiges Projekt eingelassen. Nur dadurch, daß ich den Nationalfonds dazu bewog, daß er die Anleihe für den Bau dieses Stadtviertels hergebe, konnte Tel Awiw, auf das wir heute so stolz sind, gegründet werden. Die nationale Ansiedlung muß der Privatinitiative vorangehen. Nun, es ist wahr, wir haben auf manchen Gebieten jetzt bereits den Zustand erreicht, wo auch das private Kapital sich betätigen kann. Ich freue mich über jeden kleinen Handwerker in Tel Awiw, über jedes kleine industrielle Unternehmen, denn das ist natürlich ebenso produktiv wie die Landwirtschaft und soll uns im höchsten Maße willkommen sein. Die Auswüchse, die daneben bestehen, müssen wir bekämpfen. Wir müssen, was den am meisten gefühlten Uebelstand, die Bodenspekulation, betrifft, dazu kommen, daß wir ein allgemeines Kontrollorgan für Bodenkäufe schaffen, dem alle zionistischen Bodengesellschaften unterstehen. (Zwischenrufe von Misrachistischer Seite.) Ich komme sofort darauf zurück. Dieses Kontrollorgan muß dafür sorgen, daß keine, dieser Gesellschaften aus dem Ankauf 88