Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 80)
- Language
- German, English, Hebrew
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Halpern Von einem besonderen Bericht des Finanz- und Wirtschaftsrates haben wir abgesehen, und zwar aus folgendem Grunde: Es hat sich immer mehr und mehr gezeigt, wie schwierig es ist, ja ich möchte es ruhig aussprechen, wie unmöglich es ist, die wirtschaftlichen Probleme in Palästina in ihrer Tagesarbeit von auswärts, von London aus zu verfolgen. Wir, diejenigen Mitglieder des Finanz- und Wirtschaftsrates, die nicht dauernd in Palästina sind, haben immer wieder die Erfahrung gemacht, daß wir, wenn wir nach Palästina kamen, längere Zeit brauchten, um uns wirklich zu orientieren. Ich muß Ihnen also gestehen, daß es uns immer weniger möglich war, von London aus die wirtschaftlichen Dinge in Palästina wirklich zu leiten, und ich glaube, daß der Kongreß aus diesem Tatbestand eine Konsequenz ziehen und eine Neuorganisation schaffen muß, bei der eine größere Rationalisierung der Arbeit möglich sein wird (Unruhe im Saal. Rufe: Man hört nicht). Vorsitzender Vizepräsident Molzkin: Ich bitte die Herren Delegierten Ruhe zu halten. Vielleicht wird sich der Herr Referent von der Präsidialtribüne besser verständlich machen können. Mitglied des Finanz- und Wirtschaftsrates Dr. Halpern (begibt sich auf die Präsidialtribüne — fortsetzend): Sie werden also alles Tatsachenmaterial teils schriftlich, teils in Referaten der Palästina-Exekutive erhalten, aber die Mitglieder des Finanz- und Wirtschaftsrates halten es für ihre Pflicht, Ihnen ihre Ansichten mitzuteilen, und sie haben mich daher beauftragt, Thesen*) *) Die vom Finanz- und Wirtschaftsrat durch Dr. «G. Halpern vorgelegten ,,T h e s e n für die zu k ü n f t i g e W irtsch a f t s p o 1 i t i k" lauten: Das Ziel ist, bei .Stabilisierung der ökonomischen Lage der schon im Lande befindlichen Juden und insbesondere der landwirtschaftlichen Siedlungen die Möglichkeiten für eine stetig gesteigerte Einwanderung zu schaffen. Es wird festgestellt, daß die Sicherung eines gesunden, ökonomischen Aufbaus und der nationalen Ziele die bevorzugte Förderung der landwirtschaftlichen Kolonisten unbedingt erforderlich machen. Andererseits wird anerkannt, daß ohne ein Anwachsen von bewerbe und Industrie die Absorption der Einwanderung in einem Ausmaße, wie er nötig erscheint, unmöglich ist. Es ist die Pflicht der Zionistischen Organisation, allen Elementen der Einwanderung bei ihrer Seßhaitrnacbung auf produktiver Grundlage in Palästina zur Seite zu stehen. Neben der Beratung ist das zentrale Problem die Kreditbeschaffung für Einwanderer 69