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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 29

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 29 (sequence 40)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--5739-3481885
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Dr. Pick, Yellin, Ehrlich die Ehre erwiesen hat, Gastgeber dieses Kongresses sein zu dürfen. Und in diesem Zusammenhang möchte ich mir gestatten, Ihnen, meine verehrten Delegierten und Gäste, ein Wort der Aufklärung zu sagen, um zu verhindern, daß Sie nach Beendigung des Kongresses diese Stadt verlassen mit einem unrichtigen Urteil. Ich weiß, es ist bei unseren Kongressen nicht üblich, über die Verhältnisse des Landes zu sprechen, in dem wir zu Gaste sind. Aber ich als Bürger dieser Stadt, die ich liebe, brauche diese Zurückhaltung nicht zu üben. Und so will ich Ihnen denn sagen: verallgemeinern Sie nicht, identifizieren Sie nicht die hochgesittete Bevölkerung dieser Stadt mit einem kleinen Häuflein irregeführter, schlecht beratener, verhetzter Leute. Wien ist die Stadt einer hohen, feinen Kultur, in Wien lebt eine schwer arbeitende, schwer geprüfte Bevölkerung; in Wien ist eine alte glänzende Zivilisation, deren Glanz nicht verdunkelt werden kann durch die Streiche der Gasse. Verehrte Gäste! Zum zweiten Male versammelt sich der Kongreß in dieser Stadt, in deren Mauern ein Grab ist, das den Zionisten der ganzen Welt teuer ist. Als Theodor Herzl gebrochenen Herzens hinsank, da ging ein Weinen durch ganz Israel, nicht nur ob des schweren Verlustes, sondern weil wir fürchteten, mit diesem gebrochenen Herzen unsere Hoffnung zu Grabe getragen zu haben, und daß dieses schwere Opfer umsonst gefallen sein könnte. Die Geschichte der Entwicklung unserer Bewegung hat diese Befürchtung längst zerstreut. Und angesichts dieser glänzenden Versammlung, in welcher die Kräfte, die Lebensenergien von allen Teilen unseres zerstreuten Volkes konzentriert worden sind, um von hier aus verstärkt hinausgetragen zu werden im Dienste einer großen Sache, angesichts dieser glänzenden Versammlung, deren Bedeutung noch erhöht wird durch die Teilnahme der Vertreter der zivilisierten Nationen der ganzen Welt, erfüllt uns frohe Zuversicht, und freudige Regung erhebt unsere Herzen. Als vor zwölf Jahren der elfte Zionistenkongreß in Wien zu. sammentrat, da hat er unter anderem den bedeutenden Beschluß gefaßt, die Hebräische Universität in Jerusalem zu errichten und die Schritte einzuleiten, welche diesen Plan durchführen sollten; trotz eines fünfjährigen Krieges, trotz der furchtbaren Nachkriegszeit, trotz Not und Tod ist dieser Plan verwirklicht worden. Und, meine verehrten Delegierten, wenn die Fackel des Geistes, die in Jerusalem entzündet wurde, dazu beitragen wird, daß es heller wird in der ganzen Welt, dazu beitragen wird, daß sich die Herzen der Menschen nicht gegenseitig verbittern, daß sie sich einigen in Liebe und Wohlwollen, dann wrird dieser elfte Kongreß eine bedeutende Stellung einnehmen in der Reihe der Kongresse unserer Bewegung. Und so lassen Sie mich denn wünschen, daß auch die Beratung dieses Kongresses begleitet sein möge von Glück und Segen. Mögen die Verhandlungen dazu beitragen, daß wir vorwärts kommen 29

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