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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 110

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 110 (sequence 133)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5241-3481386
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von einer jüdischnationalen geistigen Atmosphäre umgeben war, in der grosse Männer unserer Gemeinschaft, geistige Potenzen unseres Volkes, sich um unsere Organisation gruppiert haben, indem ein Zusammenhang war zwischen den geistigen Führern des Volkes und zwischen den nationalen, organisatorischen." Dieser Zusammenhang ist gelockert. - Und Sie dürfen sich nicht einreden, dass Sie durch mechanische Mittel diesen Zusammenhang wieder herstellen können. Wenn wir Juden uns beschweren, dass dieses Jahrhundert der Assimilation so grosse Männer aus unserer Mitte in das Lager anderer Völker getrieben hat, sollen wir uns immer klar sein, dass diese Männer im jüdischen Leben keine Möglichkeit eines ihren Kenntnissen kongruenten Schaffens gefunden haben. Sie werden immer dasselbe erleben, dass, wenn ein Volk nicht in der Lage ist, seinen grossen Kapazitäten einen geistigen Bewegungsraum zu schaffen, diese Leute zu anderen Völkern gehen müssen. Deswegen muss unsere Exekutive sich wieder wie früher um diese Frage kümmern: Fühlen sich die geistigen Führer der jüdischen Ideen in unserem Lager heimisch? Und dieser starken, auf den Höhen des menschlichen Lebens stehenden geistigen Beeinflussung seitens der Exekutive muss ein Propagandaäpparat entsprechen. Ich weiss nicht, ob Ihnen das klar ist. Wir haben Mangel an zionistischer Literatur. Klingt das nicht komisch für uns, die wir jahrelang nur Literatur produziert haben? Wir haben keinen Apparat, welcher auf die geistige Beeinflussung von Menschen eingestellt ist. Manche Länder suchen sich so etwas zu schaffen, aber wir haben es hier auszusprechen, dass das nur gelingen kann, wenn es die Exekutive wieder als ihre Aufgabe betrachtet, diese Propaganda zu beeinflussen. Solange sich die Exekutive auf mechanische Methoden beschränkt, irgendwelche mechanische Einrichtungen trifft, so lange kann das keinen Erfolg haben. Das Entscheidende ist nicht die mechanische Form, nicht der administrative Apparat, sondern der geistig befruchtende Apparat. Wenn deswegen bei uns in Deutschland in den letzten Monaten so viel von der Schaffung eines wirklichen Beamtenapparates gesprochen worden ist, so möchte ich das hier nur noch einmal wiederholen, indem ich uns gegen ein Missverständnis zu schützen suche. Wir wollen nicht einen grossen administrativen Apparat durch die ganze Welt. Die administrativen Apparate müssen so einfach wie möglich gehalten werden. Unsere organisatorischen Einrichtungen müssen vereinfacht werden, damit unser administrativer Apparat sogar kleiner werden kann. Aber der geistige Apparat, der die zionistische Propaganda trägt und der zionistischen Presse zur Seite steht, muss geschaffen und ausgebaut werden. Und in diesem Zusammenhange werden Sie auch verstehen, wenn ich von einer U e b e rspannung der parlamentarischen Instanzen bei uns spreche. Wir haben zu viele Sitzungen. Unsere Arbeit früher war verhältnismässig inhaltsleer. Jetzt haben wir einen Inhalt bekommen, das ist der Aufbau Palästinas, das ist der Keren Hajessod, das ist der Keren Kajemeth. Unsere Arbeit hat Inhalt bekommen. Wir haben ein Thema. Wir wissen, wovon wir zu sprechen haben, und da ist es für die Leute, 110

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