Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 94)
- Language
- German, English, Hebrew
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der Keren Kajemeth und der Kererf Hajessod vertreten sein. Um die gefassten Beschlüsse für die Agitation zugunsten aller dieser Institute durchzuführen, soll am Sitz der Exekutive ein Gremium gebildet werden, in welchem die Exekutive und die genannten Institute je einen- Vertreter haben, und es soll dort ein Bureau errichtet werden, das dafür sorgt, dass die Propagandaarbeit für alle Institute in einheitlichem Geiste durchgeführt wird. Das bedeutet selbstverständlich nicht die Abschaffung der Selbständigkeit der Institute, bedeutet nicht, dass sie in ihrer Selbständigkeit beschränkt werden sollen. Diese Beschlüsse gehen vielmehr von der richtigen Erkenntnis aus, dass die Agitation für die Aufbringung der Fonds für alle unsere Institute zionistische Agitation ist, vom Palästinagedanken ausgehend; dass es nicht eine besondere Propagandatheorie für einen Zionismus so oder so gibt sondern dass es Teile einer Gesamtarbeit sind und dass die vorhandenen propagandistischen Kräfte in einheitlichem Sinne für diese Zwecke eingesetzt werden sollen. Ein anderes organisatorisches Problem, mit dem der Kongress sich befassen sollte, ist das unserer Verwaltung und Beamtenschaft. In der Zionistischen Organisation sind jetzt eigentlfch zwei Hauptfunktionen vereinigt. Unsere Organisation ist einmal eine grosse Propagandavereinigung zur Durchsetzung der zionistischen Idee in der jüdischen Welt, andererseits haben wir jetzt allmählich durch unsere konkrete Palästinaarbeit ganz bestimmte Verwaltungsaufgaben bekommen. Und wenn wir auch 'kein Staat sind, so haben wir doch staatsähnliche Aufgaben: wir kolonisieren, wir gründen wirtschaftliche Institute. Das sind Dinge, die ein Propagandaverein, und sei er noch so gross, an sich mit^ seinen Kräften nicht leisten kann. Es muss die Verwaltung diesen neuen Aufgaben angepasst werden. Häufig — das möchte ich einmal klar aussprechen — haben wir noch keinen richtigen Verwaltungsapparat. Und wenn manche Leute glauben, es herrsche bei uns Verschwendung an organisatorischer Hinsicht, wir hätten zu viel Beamte, so möchte ich sagen: Den Verwaltungsapparat, den wir brauchen, um die Wirtschaftsaufgaben in der tMaspora und in Palästina zu erfüllen, haben wir kaum erst in den Anfängen geschaffen und er mtisste unendlich stärker ausgebaut sein, um seiner Aufgabe gerecht zu werden. Eines freilich ist wahr: Wir haben nicht die Mittel, ihn zu schaffen, und aus Furcht, Geld auszugeben, haben wir nicht den Mut, an den Ausbau des Apparates zu gehen. Ich empfehle auch nicht von heute auf morgen eine grosse Staatsmaschinerie aufzubauen. Aber in London soll sich unser Finanz- und Wirtschaftsrat mit der Frage der Konzessionen, mit Bankgründungen befassen, er soll das Rutenbergprojekt finanzieren. Das sind grosse wirtschaftliche Aufgaben; dazu gehört ein Apparat, Bureaus, erstrangige Sachverständige. Für altes das haben wir keinen Apparat. Aehnlich liegen die Dinge in Palästina. Wir 71