Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 772 (sequence 782)
- Language
- German, English, Hebrew
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aller Mühsal und Leiden, ungeachtet aller Hindernisse und Hemmungen, ruhte diese Arbeit keinen Augenblick. Die Kräfte des Volkes wurden wach, sammelten sich und organisierten sich. Die jüdische Bevölkerung in Palästina wurde größer und stärker. Eine jüdische Gemeinschaft und eine hebräische Kultur — der Kern eines zukünftigen freien Lebens — entstanden in Palästina. Der Weltkrieg fand die Kämpfer für die Wiedergeburt geordnet und bereit, den großen Augenblick der Zerstörung und des Wiederaufbaus für die Verwirklichung der Hoffnungen des Volkes auszunutzen. Aus dem Abgrund von Schmerzen und Leiden drang ein starkes Sehnen nach Erlösung und Befreiung, ein Streben, zusammen mit anderen unterdrückten Völkern befreit zu werden, empor. Die gewaltige Arbeit, die durch uns in der ganzen Welt und besonders in England, Frankreich, Italien und Amerika, geleistet worden war, trug ihre Früchte. Völker und Regierungen erkannten unser Recht, unser nationales Heim aufzurichten, an. Man gab uns die Möglichkeit, unser Geburtsland durch unsere Arbeit und unser Blut wieder zu erobern. Der Weg zur Wiedergeburt wurde für uns frei. Es fehlte uns nur an der dem erhabenen Ziele entsprechenden Anstrengung. Diese erforderliche Anstrengung ist bisher noch nicht erfolgt. Zwar haben sich in unserem Lager große Volkskräfte aus allen Schichten und aus allen Enden der Diaspora gesammelt; zwar wuchsen und vermehrten sich unsere Mittel und unser Können. Noch aber reicht das alles nicht aus, um das Wunder der Wiedergeburt des jüdischen Volkes zu vollbringen, das Wunder der Rückkehr nach Zion. Wir wissen, Leiden und Qualen, wie sie noch nie in unserer Geschichte dagewesen sind, haben unsere Kräfte verringert und unsere Reihen in Verwirrung gebracht. Die Hauptsiedelungen der Diaspora, die die Hochburg des Zionismus und die Quelle für die Schaffung des neuen nationalen Lebens waren, sind zerstört. Es ist für uns unmöglich, länger zu warten. Der Rückgang unserer Kräfte, die Verminderung unserer Anstrengungen haben unsere Stellung bereits geschwächt. Jüdisches Blut floß in Palästina, das Blut unserer Söhne, die ihr Leben für die Freiheit unseres Landes und Volkes geopfert haben. Dieses Blut ist das Blut der Verpflichtung. Es wird das Band zwischen uns und unserem Geburtslande wieder neu knüpfen und es heiligen. Der Rückgang unserer Aufbautätigkeit hat uns auch politisch geschwächt. Zeitweilig schien es, als ob unsere während des Krieges und in den Friedensverträgen erworbenen Rechte in Frage gestellt wären. 772