Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 579 (sequence 589)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476278--4879-3481023- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ist, den bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag der Kommission ist einstimmig angenommen. (Lebhafter Beifall.) Es liegt weiter ein Antrag vor, der lautet: „Der Kongreß drückt seine Meinung aus, daß Zionisten, die ihrer Maasserpflicht nicht nachkommen, keinerlei Ehrenämter in der Zionistischen Organisation bekleiden dürfen." (Del. Podlischewski: Man muß auch das Wort „Beamte" hineinschreiben!) Herr Podlischewski hat auch einen Antrag auf namentliche Abstimmung gestellt. Wer unterstützt diesen Antrag? (Nach einer Pause:) Der Antrag ist nicht genügend unterstützt, eine namentliche Abstimmung kann daher nicht erfolgen. (Beifall.) Das Wort hat Herr Dr. B r a u d e. Delegierter Dr. Braude: Nachdem Sie einmal die obligatorische Maasserpflicht beschlossen haben, folgt daraus, daß derjenige Zionist, der den Maasser nicht entrichtet hat, überhaupt von der Zionistischen Organisation ausgeschlossen werden muß. Das ist selbstverständlich. Es ist also nur eine Einschränkung, wenn Sie dann sagen, daß er zu keinem Amte zugelassen wird. Delegierter David Kohn (Ungarn, deutsch): In der Zeit, wo sich das Wort Herzls erfüllt, wo wir das Land bekommen haben und Männer da sind, diese Ideen auszuführen, ist es nicht nur kleinlich, sondern eine Sünde, in dem 2000 Jahre geplagten Volke Kleinmut zu erzeugen. Ich schlage vor, daß wir dieses Amendement annehmen, und ich bitte den Kongreß, daß kein Teilnehmer den Kongreß verlassen soll, der sich nicht das Gelöbnis gibt, soweit er seine Maasserpflicht nicht erfüllt hat, sie später zu erfüllen. Ich bitte auch denjenigen Delegierten, von denen einer findet, daß sie den Maasser nicht gezahlt haben, kein Scholem Alechem zu geben und keine Hand zu reichen. Delegierter Babkow (Rußland, hebräisch): Ich beantrage Uebergang zur Tagesordnung und will das begründen. Vizepräsident Motzkin: Das brauchen Sie nicht zu begründen. Delegierter Ellenberg: Die Frage der Maßnahmen gegen jene Zionisten, welche nicht ihre Maasserpflicht erfüllen, hat in der Subkommission viel Zeit in Anspruch genommen. Ich habe in der Kommission einen Antrag gestellt, der dort durchgefallen ist, weshalb ich ihn hier nochmals stelle. Der Antrag lautet: Gegen Zionisten, welche binnen einer bestimmten Zeit die Maasserpflicht nicht erfüllen, sind Maßnahmen zu ergreifen, deren Art die betreffende Landesorganisation bestimmt. Gegen den Beschluß der Landesorganisation hat die betreffende Person das Recht, an die Exekutive in London zu appellieren." Damit sind wir gedeckt. Ich bitte, dieses Amendement zur Abstimmung zu bringen. Vizepräsident Motzkin: Wenn der Antrag gestellt wurde, den Hauptantrag von der Tagesordnung abzusetzen, so muß das auch für die Amendements gelten. Es ist von Herrn Babkow der Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung über die ganze Resolution gestellt worden. Wer dafür ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach Auszählung des Kongresses:) Der Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung ist mit 66 gegen 46 Stimmen abgelehnt. Delegierter Podlischewski: Ich beantrage, daß an Stelle des Wortes „Ehrenämter" es heißen soll „Aemter" respektive „Ehrenämter". 37* 579