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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1922-01-01 · 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921 · p. Seite 562

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
Date
1922-01-01
Page
Seite 562 (sequence 572)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476278--4862-3481006
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Ein Redner, ich glaube Herr Dr. Ringel, hat davon gesprochen, daß auch an die Wohltätigkeitsstiftungen herangetreten werden sollte. Ich kann diesen Vorschlag nur unterstützen und ihn dahin ergänzen, daß wir auch an die Kultusgemeinden herantreten und diese bewegen sollten, wenigstens einen Teil ihres Vermögens in Erez Israel anzulegen. . Es gibt bereits eine Anzahl von Kultusgemeinden, welche dem N. F. jährliche Beiträge entrichten. Das könnte noch in größerem Maße geschehen beim Keren Hajessod. Ich habe bereits in der Bukowina Propaganda für den Keren Hajessod zu machen begonnen und kann sagen, daß ich in den breiten Schichten der jüdischen Bevölkerung viel Verständnis und weitgehende Opferbereitschalt für den Keren Hajessod gefunden habe. Alle verlangen aber die Garantie, daß die Institutionen, die mit ihrem Gelde errichtet werden, nicht die jüdische Tradition und die jüdischen Religionsgesetze verletzen sollen. (Lebhafter Beifall.) Wenn dieser Kongreß diese Garantien geben wird, dann bin ich gewiß, daß hunderttausende religiöser Juden zur Aufbringung des Keren Hajessod beitragen werden. Ich habe daher im Namen der Föderation Misrachi Ihnen eine Resolution vorzulegen. Ich bemerke, daß diese Resolution bereits in der Palästina-Kommission, ich glaube, einstimmig angenommen wurde. (Lebhafte Zwischenrufe.) Da aber der Präsident der Palästina-Kommission nicht in der Lage ist, diese Resolution auch hier im Zusammenhange mit dem Keren Hajessod zur Verlesung zu bringen, hat mich der Vizepräsident der Palästina-Kommission, Herr Dr. R u f e i s e n, gebeten, diese bereits in der Palästina-Kommission angenommene Resolution auch hier vorzulegen. Vizepräsident Dr. Khimel (unterbrechend): Steht diese Resolution im Zusammenhange mit dem Keren Hajessod? Delegierter Dr. Hoffmann (fortfahrend): Ja. Die Resolution lautet (liest): „In den von der Zionistischen Organisation erhaltenen oder unterstützten Institutionen ist im öffentlichen Leben auf die Religionsgesetze Rücksicht zu nehmen und insbesondere Sabbath- und Feiertagsruhe und Kaschruth zu halten. Bei beharrlicher Verletzung dieser Grundsätze soll die Unterstützung entzogen werden." (Zahlreiche lebhafte Zwischenrufe.) Wie Sie sehen, meine Herren, ist die Resolution so gefaßt, daß nicht einmal versucht wird, die individuelle Gewissensfreiheit anzutasten und in das Privatleben regelnd einzugreifen. Es handelt sich nur .... Vizepräsident Dr. Klumel (unterbrechend): Ihre Redezeit ist vorüber, Sie haben kein Recht mehr zu sprechen. Delegierter Dr. Hoffmann (fortfahrend): Nur noch eine Erklärung, hoher Kongreß! Ich will nur im Namen der Föderation des Misrachi und auch im Namen der orthodoxen Juden, die nicht gerade im Misrachi vertreten sind, erklären, daß wir unsere Mitarbeit am Keren Hajessod aus religiösen und Gewissensgründen von der Annahme dieser Resolution abhängig machen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Widerspruch und lärmende Zwischenrufe.) Mitglied des A. C. Julius Simon (deutsch): Geehrter Kongreß! Es kann sich für mich nicht darum handeln, in Ausführungen, die in die Einzelheiten gehen, meinen Standpunkt zur Keren Hajessod-Aktion hier auseinanderzusetzen, sondern ich muß mich darauf beschränken, einige prinzipielle Feststellungen zu machen. Ich glaube, daß diese Feststellungen notwendig sind, damit sich jeder einzelne, wenn es zur Abstimmung kommt, über die Bedeutung dessen klar ist, worüber die 562

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