Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 462 (sequence 472)
- Language
- German, English, Hebrew
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ihr Beteiligten für den Zusammenhang der Vergangenheit mit der Zukunft sorgen werden. Die gegenteiligen Ergebnisse sind sehr traurige. Die Söhne entfernen sich von den Vätern und das ist eine Gefahr und ein Unglück, nicht nur vom Standpunkt der Religion und Erziehung, sondern auch deshalb, weil die jungen Leute keinen Zusammenhang mit dem Lande und Volke haben. Andererseits hat die einheitliche Organisierung der Erziehung großen politischen Wert. Die Regierung muß damit rechnen und auch unsere politischen Führer können Forderungen wegen des Budgets für Erziehungszwecke in Palästina stellen. Denn man muß die richtigen Mittel für die Erziehung in Palästina beschaffen. Die Schulen sind sehr schlecht ausgestattet. Nicht einmal eine Karte von Erez Israel findet man in jeder Schule. In manchen Schulen fehlt sogar der Tisch für den Lehrer, in manchen sitzen die Kinder auf dem Boden. Und dies alles, weil wir kein Geld haben. Auch die Lehrer bekommen keine entsprechende Vergütung. Der Kongreß muß Mittel und Wege zur Verbesserung des Erziehungswesens in Palästina finden. Vizepräsident Motzkin: Ich habe Ihnen mitzuteilen, daß morgen Vormittag keine Plenarsitzung stattfindet. Die nächste Sitzung findet am Nachmittag von %3 bis 6 Uhr statt. Kommissionssitzungen dürfen am Nachmittag nicht stattfinden. Präsident Sokolow: Das Wort hat Herr Y e 11 i n. Delegierter David Yellin (Palästina, hebräisch): Das Los der jüdischen Erziehung war dasselbe wie das unserer ganzen Bewegung. Als wir vor 8 Jahren gegen den Hilfsverein kämpften, konnten wir noch hoffen, daß das ganze jüdische Erziehungswesen in kurzer Zeit in unsere Hände übergehen würde. Wir haben jetzt in Palästina in den hebräischen Schulen 13 000 Kinder und ungefähr 500 Lehrer. Diese ganze Arbeit hat die Zionistische Organisation geleistet. Einige zweifelten, ob es Aufgabe der Zionistischen Organisation sei, auch das Erziehungswesen in ihre Hände zu nehmen. Es wurde darüber lange Jahre verhandelt, und zu unserem Glücke können wir feststellen, daß das „Erziehungswesen in Palästina" unser höchster Wert ist. Während des Krieges ist es Amerika gewesen, das für alle unsere Budgets einschließlich des Erziehungswesens gesorgt hat und dies hat sehr zur Entwicklung der hebräischen Schulen in Palästina beigetragen. Es ist daher jetzt schwer zu glauben und zu verstehen, daß gerade von dort die Losung ausgeht, sich von den Schulen loszusagen. Die Erziehung ist die Seele des Volkes. Der Jischuw selbst hat einen Teil der Kosten — 20 000 Pfund — auf sich genommen. Das ist schon ein großer Schritt vorwärts. Ich versichere Ihnen, daß, wenn der Jischuw etwas stärker und größer wird, er die ganzen Kosten des Schulwesens auf sich nehmen wird. Aber die Zionistische Organisation muß immer daran denken, daß die Erziehungsarbeit eine der wichtigsten Aufgaben des ganzen zionistischen Gedankens ist. Wir hatten einen schweren Kampf im Advisory Council der palästinensischen Regierung wegen der Unterstützung der Schulen, und ich muß sagen, daß es nicht nur eine Gedfrage war, sondern hauptsächich eine Frage unserer Rechte im Lande. Wir wollten dadurch zeigen, daß wir einen Teil der Einnahmen des Landes für unsere Zwecke beanspruchen können. Nicht private Gesellschaften müssen für das Schulwesen sorgen, sondern der Jischuw in Palästina, das ganze jüdische Volk. Wenn wir dazu gelangt sind, daß man die hebräische Sprache als eine der drei offiziellen Regierungssprachen anerkannt hat, so ist dies nur durch unsere Erziehungsarbeit erreicht worden. Wir sind auf eine hohe Stufe im Erziehungswesen gelangt. Die Arbeit wird sehr harmonisch geführt. Im Waad Hachinuch sind alle 462