Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 12 (1922) Karlsbad, 1. bis 14. September 1921
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 334)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Jahr nur den ersten Teil eines dreijährigen Budgets und Arbeitsplanes darstellt. Sie werden vielleicht fragen, welche Zahl von Einwanderern sich in Palästina eine Existenz wird schaffen können, wenn dieses Budget für das erste Jahr und ungefähr im gleichen Maße für das zweite Jahr aufgebracht wird. Ich kann hierauf keine präzise Antwort geben. Wie ich schon vorhin ausführte, kann die Zionistische Organisation nicht die ganze Einwanderung aus ihren Mitteln speisen, sondern sie muß darauf rechnen, daß die Einwanderer auch selbst zu einem gewissen Teile Kapitalien, technische Einrichtungen und Kenntnisse mitbringen. Aber in welchem Maße die Einwanderer diese Forderung erfüllen werden, steht vorläufig noch dahin. Immerhin will ich, um Ihnen einen ungefähren Anhalt zu geben, sagen, daß ich es nicht für unmöglich halte, etwa 30 000 Einwanderer jährlich nach Palästina zu bringen. Manchem wird das vielleicht wenig erscheinen, wer sich aber vor Augen hält, daß wir dadurch im Laufe von drei Jahren die jetzige Zahl der Juden in Palästina verdoppeln werden, und im Laufe eines Jahres so viel Juden nach Palästina bringen, als in den letzten 15 Jahren vor dem Kriege nach Palästina eingewandert sind, der wird verstehen, daß es bereits eine gewaltige Leistung darstellen würde, wenn es uns gelingt, diese jährliche Einwanderungsziffer zu erreichen und den Einwanderern in Palästina eine dauernde Existenz zu sichern. Es ist viel schwerer, die ersten 100 000 Einwanderer hineinzubringen als die zweiten. Gehen Sie von diesem Kongreß nach Hause, verbreiten Sie die Erkenntnis von der Größe unserer Aufgabe, schaffen Sie das Geld, das uns ermöglicht, diese ersten 100 000 Einwanderer nach Palästina zu bringen — dann können wir mit Vertrauen der Zukunft entgegensehen. (Großer Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Motzkin: Geehrter Kongreß! Wir unterbrechen jetzt die außerordentlich wichtige Debatte über die Palästinafrage. Wir werden in der nächsten Sitzung die weiteren Vorträge entgegennehmen und darüber die Debatte abführen. Wir kommen jetzt zur Beschlußfassung über eine Frage, die uns gestern in später Nachtstunde beschäftigt hat, zu der Frage des Vertrauensvotums an die bisherige Leitung der Zionistischen Organisation. Sie werden verschiedene Vorschläge hören und ich bitte Sie im Namen des Präsidiums, alles, was Sie hier hören, mit größter Ruhe entgegenzunehmen. Es wird keine Debatte über diese Vorschläge zulässig sein, auch keine Reden zu ihrer Motivierung, es werden nur die Vorschläge verlesen und dann über sie abgestimmt werden. Ueber die Deklarationen haben wir nicht abzustimmen, sondern nur über die Vorschläge. Ich bitte Sie, auch dann ruhig zu sein, wenn die eine oder die andere Deklaration oder Vorschlag Ihnen nicht gefallen sollte. Es sind Deklarationen von verschiedenen Gruppen, die dafür verantwortlich sind. Der Kongreß ist für das verantwortlich, worüber er selber Beschluß gefaßt hat. Ich hoffe, daß Sie das alles in parlamentarischer Form entgegennehmen und mit der 324