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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 364

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 364 (sequence 371)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4283-3480426
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— 364 — wir sollen wieder von eigener Arbeit leben und noch zur Deckung unserer Schuld ersparen. Wir werden auch auf unserem eigenen Kulturfelde manche fremde Pflanze einsetzen. Aber da werden wir in der Lage sein, dafür mit eigenen Produkten ehrlich zu bezahlen. Wir werden dann einen freundlichen geistigen Austausch mit den Kulturvölkern pflegen, und wir werden aufhören, nur Makler und Vermittler zu sein. Zwei Wege standen unserem Kongresse «offen, und er hat bewiesen, daß er genug Selbstvertrauen besitzt, um gerade den schwersten« zu wählen. Wer aber an sich glaubt, der wird auch zum Siege kommen. (Stürmischer Beifall.) N. Syrkin (hebräisch) dankt dem Präsidenten des Kongresses David Wolffsohn sowie Dr. T s c h 1 e n o w, der eine Kraft der Tat und eine noch nicht dagewesene Aufopferung für die Bewegung bewies, indem er sich entschlossen hat, seine Heimatstadt und seine Privatinteressen zu verlassen, um nach Berlin zu ziehen und dort der Bewegung zu dienen. Redner preist die Hingabe, die Treue und das Gerechtigkeitsgefühl des Präsidenten Wolffsohn und ruft ihm den Wunsch zu, ihn auch später wieder auf dieser Tribüne zu sehen. Zu Dr. Tschlenow gewendet, ruft er aus: „Nehmen Sie unseren herzlichen Dank entgegen, und möge dieser Dank Ihnen ein gewisses Entgelt für Ihre Tat sein, die Tat eines wahren Volkshelden!" Präsident Wolffsohn: Ich habe noch eine Mitteilung für die Mitglieder des Actions-Gomites zu machen. Das Actions-Comite versammelt sich morgen um 11 Uhr im Beethoven-Saale. Und nun, geehrter Kongreß, sind wir mit unseren Arbeiten zu Ende. Zum elften Male waren wir auf einem Kongresse zusammen, und auch dieser Kongreß hat uns schwere Arbeit bereitet. Aber, geehrter Kongreß, ist die Arbeit auch schwer, so ist sie doch lohnend für uns, weil wir dadurch immer einen Schritt weiter auf unserem Wege kommen, auf unserem dornenvollen Wege, der mit vielen Schwierigkeiten bestreut ist. Wir kommen aber immer einen Schritt weiter, immer unserem Ziele, immer Zion näher. Geehrter Kongreß! Wir haben jetzt hier viel gestritten,, manches harte Wort ist hier und da gefallen, aber, meine Herren, keiner von uns hat um Dinge persönlicher Natur gestritten, jeder von luns tritt für das Ganze ein, für die Gesamtarbeit, und deswegen bin ich überzeugt, daß auch einer dem anderen nichts nachtragen wird, weil er überzeugt sein muß, daß es jeder gut meint, und es nur der Sache wegen getan hat. Es ist heute hier ein Wort gefallen, das mir nicht besonders angenehm war, das Wort: „Wir wollen aus dem Kongreß hinausgehen und wie bisher für die Prinzipien unserer Richtung weiter kämpifen." Nein, meine Herren, wir wollen aus dem Kongresse hinausgehen und Arm in Arm für unsere gemeinsame Sache arbeiten. (Lebhafter Beifall.) Unser Ziel werden wir erst dann erreichen, wenn unsere Anzahl gewachsen, wenn dem größten Teil des jüdischen Volkes erst zum Bewußtsein gekommen ist, daß es für uns kein linderes Mittel und keine andere Lösung gibt, als in unserem Lande, in Erez Israel, die Heimstätte zu schaffen, die das jüdische Volk seit Jahrhunderten entbehrt hat und nicht mehr länger entbehren kann.

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