Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 270)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 270 Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Die Palästinakommission hat entschieden zu wenig Zeit gehabt, sonst hätte sie die Resolutionen gewiß kürzer: gefaßt. (Heiterkeit.) Da ich glaube, daß unsere Zeit zu sehr iii Anspruch genommen wird, werden wir auf die Uebersetzung ins Hebräische und Englische verzichten. (Zustimmung.) Ich lasse daher abstimmen. Wer für diese Anregung ist, bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause). Angenommen. Sekretär Dr. Rosenblüth (liest): „Der Kongreß empfiehlt der Leitung., die Sammelstellen des J. N.-F. derart auszugestalten, daß sie gleichzeitig; auch als Sammelstellen der anderen Fonds der zionistischen Organisation fungieren und daß die verschiedenen Sammelmittel der Bedeutung und dem Bedürfnisse gemäß auf die verschiedenen Fonds verteilt werden." Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Diese Anregung bringe ich ebenfalls, zur Abstimmung. Wer dafür ist, bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Angenommen. Sekretär Dr. Rosenblüth (liest): „Der Kongreß anerkennt den hohen Kulturwert des von dem Meister der hebräischen Sprache herausgegebenen „Milon Halaschon haiwrith" und drückt den Wunsch aus, daß die Fortsetzung dieses Werkes durch entsprechende Subvention aus Organisationsmitteln gefördert werde." Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Auch diese Anregung bringe ich zur Abstimmung. Wer dafür ist, bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Angenommen. Sekretär Dr. Rosenblüth (liest): „Der Kongreß begrüßt freudig die in letzter Zeit entfaltete Tätigkeit in Palästina, wie sie hauptsächlich in den Publikationen „Hachinuch" und „Moledeth", sowie in den Ausgaben des „Leam" und „Jephet" zum Ausdruck kommt. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Wer dafür ist, bitte ich die Hand zu. erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Angenommen. Sekretär Dr. Rosenblüth (liest): „Der Kongreß begrüßt das Wachstum, der nationalen Schulanstalten in Palästina, sieht das Nebeneinanderbestehen, von Anstalten verschiedener Richtung für durchaus natürlich an und spricht die Erwartung aus, daß das Verhältnis derselben kein anderes als das eines friedlichen Wettbewerbes auf erziehlichem und geistigem Gebiete sein, wird." Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Zur Geschäftsordnung gebe ich Herrn. DeL Möller das Wort, und dann werden wir sofort über den Antrag .Möller und über diesen Antrag abstimmen. Del. Möller: Die Misrachi-Föderation, in deren Namen ich hier vor Ihnen stehe, ist außerordentlich erstaunt darüber, daß die Palästinakommission durch ihren Wortführer hier Anträge zur Kulturfrage hat unterbreiten lassen. Insbesondere mit Rücksicht darauf, daß gestern eine Kulturkommission zusammengetreten ist, die sich mit denselben Fragen befaßt und momentan noch tagt. Es ist unseres Erachtens nicht angängig, daß von Seiten der Kulturkommission und der Palästinakommission Anträge zur gleichen Sache gestellt werden, insbesondere auch deshalb, weil wir — ich will das nicht näher ausführen — prinzipiell der Ansicht sind, das die- Kulturfrage absolut nicht geklärt ist und daß wir bei eventuellen Anträgen, der Kulturkommission auf die außerordentliche Tragweite und die unübersehbaren Konsequenzen hinweisen müssen, die die Annahme eventueller Anträge mit sich bringt. Ich beantrage daher im Namen der Misrachi- Föderation, diesen Antrag der Kulturkommission zu überweisen..