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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 105

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 105 (sequence 105)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 105 - habe, hat sich die Sache verhalten. Herr E i s e n s t a d t hat sich an mich gewandt. Er hat sich zu gleicher Zeit auch an eine Reihe prominenter Zionisten der ganzen Welt gewandt. Ich habe die Abschriften der Briefe bekommen, einen ganzen Stoß, und ich habe die Sache amtlich behandelt. Wenn sich ein Beamter der Bank an mich wendet, so ist es meine Sache, die Angelegenheit zu untersuchen. Aber er darf nicht zu gleicher Zeit Zirkulare an 50, vielleicht 100 Leute versenden. (Zustimmung.) Wir haben trotzdem die Sache untersucht. Herr Eisenstadt hat trotz seines merkwürdigen Verhaltens eine Abfertigung bekommen, und die Sache war für das Direktorium erledigt. Die Sache ruht aber trotzdem nicht, es sind verschiedene Freunde für Herrn Eisenstadt eingetreten, die Sache wurde von neuem aufgenommen und wird jetzt noch weiter verfolgt. Unser Bestreben ist immer, die Sache gut zu machen. Wenn man eine Bank gut leiten will, muß man kaufmännisch dabei verfahren. Wenn im Zionismus oft keine Disziplin war, so haben wir darunter gelitten, wir gehen aber dabei nicht zugrunde. Wenn aber in unserem Bankinstitut keine Disziplin mehr sein wird, dann sind wir bankerott. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Am allerunangenehmsten war mir bei der Rede des Herrn Pasm a n i k folgendes: Er sagte das nicht in seinem Namen, sondern es verlaute, es gehe das Gerücht um, daß Herr Eisenstadt entlassen wurde, nachdem er eine oppositionelle Rede am Kongreß gehalten hat. Es würde wirklich unter meiner Würde sein, wrenn ich das aus einem solchen Motive veranlaßt hätte. Ich erkläre hier, daß ich die ganze Geschichte erst erfahren habe, nachdem sie schon 4 Wochen alt war, vorher hatte ich von der ganzen Sache keine Ahnung. Als ich es erfuhr, dachte ich mir gleich, unser Levontin ist ein guter Bankier, aber ein schlechter Politiker. Wenn er etwas von Politik verstanden hätte, würde er den Mann nicht in einer solchen Zeit entlassen haben, damit ich nicht in einen solchen Verdacht komme. Allerdings habe ich mich gleichzeitig gefreut, daß er wenigstens ein guter Bankier ist. (Heiterkeit. — Lebhafte Zustimmung.) Nun hat Herr Pasmanik mit der Berliner Friedenskonferenz geschlossen, und er hat den Wunsch ausgedrückt, daß ich selbst zum Frieden beitragen werde. Ich möchte sagen, es ist fast eine Beleidigung, wenn einer auf die Idee kommen möchte, daß ich nicht den Frieden, will, daß ich ein Störenfried sei. Selbstverständlich will ich den Frieden, und werde alles, was in meinen Kräften liegt, zum Frieden beitragen. (Lebhafter Beifall.) Meine Damen und Herren! In allen meinen Reden sage ich immer nur das, was ich meine. Es hat allerdings einen Nachteil und auch einen Vorteil, denn es gibt Leute unter uns, die mir nachher nicht glauben, die sagen, Herr Wolffsohn hat das gesagt, wahrscheinlich steckt etwas anderes dahinter. (Heiterkeit.) Das ist ein gutes Mittel bei manchen Verhandlungen mit diesen Leuten, und bei diesem Mittel werde ich immer bleiben. Ich sage aber absolut das, was ich denke. Selbstverständlich werde ich alles beitragen, was ich zum Frieden beitragen kann, aber andererseits ist es meine Pflicht und Schuldigkeit, wenn mir etwas in den Anträgen nicht gefällt, Ihnen das zu sagen. Ich würde meine Pflicht gegen den Zionismus \und gegen unsere Bewegung vernachlässigen, wenn ich Ihnen das nicht sagen wollte. (Zustimmung.) Es gibt beispielsweise Dinge in den Beschlüssen der Jahreskonferenz, die nach meiner Ansicht vollkommen unrichtig sind. Ich habe Ihnen vorhin mit dem Kollegium von Kapitänen schon eine Andeutung gegeben. Ich bin beispielsweise der Ansicht, daß e i n Präsident in der Bewegung sein muß und daß der Präsident vom Kongreß gewählt werden muß. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen — große Unruhe — Herr Moser macht mehrere Zwischenrufe: Das gehört nicht zur Sache!) Der Zwischenrufer scheint

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