Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German, English, Hebrew
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I. Tag Mittwoch, 9. August 1911 NACHMITTAG-SITZUNG Beginn 4 Uhr 15 Minuten. Präsident Dr. Nordau: Die Sitzung ist eröffnet. Nach unserer frommsinnigen Gewohnheit wollen wir mit Wehmut und Trauer der Toten gedenken (das Haus erhebt sich), die seit dem letzten Kongreß hinweggerafft .worden sind. An erster Stelle nenne ich Frau Jeannette H e r z 1, die Mutter unseres großen Führers. Bei hervorragenden Männern fragt man immer nach ihrer Mutter, denn man nimmt mit Recht an, daß sie in der Regel hauptsächlich ihrer Mutter Söhne gewesen sind. Wie sehr unser Herzl sich als die lebendige Fortsetzung des intimsten Wesens seiner Mutter gefühlt und mit welch inniger Liebe er an ihr gehangen hat, das wissen wir alle. Frau Herzl hat die größte Freude einer Mutter erlebt: den Aufstieg und den Ruhm ihres Sohnes. Frau Herzl hat den größten Schmerz einer Mutter erlebt: den vorzeitigen Tod ihres Lieblings. Das Andenken der Frau Herzl ist untrennbar von dem ihres großen Sohnes. Es wird immer bei uns leben als das einer Heldenmutter in Israel. In Heinrich Gabel beklagen wir einen tapferen Toten, einen Musterzionisten, ein Mitglied unseres A. C. Er war einer der modernen vier Männer im Glutofen, einer der vier nationaljüdischen Abgeordneten im österreichischen Parlament, von denen wir einen, glücklicherweise einen lebenden, sehr lebenden, als Delegierten in unserer Mitte begrüßen dürfen, Herrn Stand. (Beifall.) Gabel starb auf dem Felde der Ehre mitten in den Kämpfen, die er täglich für das Wohl seiner Brüder zu führen hatte. Ruhm und Preis dem Andenken dieses stolzen Streiters! Hvman Morris, Präsident der Südafrikanischen Förderation, hat sich die größten Verdienste um den blühenden Stand des Zionismus im Lande des Goldes und der Diamanten erworben. Diese Blüte preist ihn mehr, als es meine Worte tun könnten. M. L. L i 1 i e n b 1 u m in Odessa war ein glücklicher und rühmenswerter Pfleger des Zionismus. Er war ein Mitbegründer des Chowewe- Zionismus, dieser Vorahnung unseres weiteren und größeren Zionismus. Er hat die Entwicklung zu dem höheren und umfassenderen Ziele auf das rühmlichste in sich selbst vollzogen. S. P. R a b i n o w i t z in Frankfurt a. M., hebräischer Geschichtsschreiber, war ein eifriger und glücklicher Redner und Polemist für unsere Sache und einer von den guten Zionisten, die durch ihr Beispiel, durch das Wort und die Schrift für den Zionismus wirken und das Verständnis für ihn erweitern. Elchanan Löb Lewinsky war der Schöpfer des hebräischen Feuilletons und zeigte die wunderbare Anpassungsfähigkeit der modernen