Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German, English, Hebrew
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I. Tag Mittwoch, den 9. August 1911 VORMITTAGS-SITZUNG Beginn: 10 Uhr 20 Minuten Präsident David Wolffsohn (mit stürmischem, langandauerndem Beifall und Händeklatschen, Hüte- und Tücherschwenken im Saale und auf der Galerie begrüßt, spricht zuerst hebräisch): Geehrter Kongreß! Zum zehnten Male sind wir heute versammelt und dieses Mal wiederum in Basel, der schönen gastfreundlichen Stadt, in der wir zum ersten Male, dem Rufe Theodor HerzFs folgend, uns von allen vier Enden der Welt zusammengefunden haben. Damals, vor genau vierzehn Jahren, haben wir den Grundstein gelegt, auf dem wir die zionistische Organisation aufgebaut; damals haben wir zum ersten Male der ganzen Welt offen und frei verkündet, daß wir uns als Mitglieder der jüdischen Nation fühlen, daß wir eine Nation sind und sein wollen. (Beifall.) Das war ja eigentlich selbstverständlich, aber es klang neu und rief das Erstaunen selbst unserer eigenen Volksgenossen hervor, und auch vielseitigen Widerspruch. (Deutsch fortfahrend): Wir aber sind unseren Weg, den wir als den richtigen erkannt hatten, weitergegangen. Wir haben Rat gehalten und uns alle darin einig gefunden, daß in der Heimatlosigkeit unseres Volkes unser großes Unglück liegt, unser großes, tausendjähriges Leid begründet ist. Wir sind zu dem Schlüsse gelangt, daß es für uns nur ein Heilmittel gibt: Wir müssen eine Heimstätte auf dem Boden unserer Väter, in Erez-Israel, errichten, die öffentlich-rechtlich gesichert zu sein hat. Diese Idee haben wir damals nicht erst entdeckt. Nicht H e r z 1 und nicht wir sind die Erfinder des Zionismus gewesen, der so viel Jahrtausende alt ist, wie unser Volk selbst. Was wir damals geschaffen, das war die Organisation! Die große Tat HerzFs besteht hauptsächlich darin, daß er die Zerstreuten von allen vier Enden der Welt zusammengeführt und zu gemeinsamer Arbeit organisiert hat, daß er den alten Wünschen und Hoffnungen unseres Volkes die neue faßliche Form gegeben, daß er den gewaltigen Versuch unternommen hat, die erhabene zionistische Idee