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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 457

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 457 (sequence 457)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 457 — bedeutende Kosten, wenngleich über die Hälfte seines Jahresbudgets von Ji 20 000 durch andere Institutionen, für welche das Palästinaamt, arbeitet, getragen wird. Das Bureau des Palästinaressorts in Berlin hatte infolge der Einrichtung des Palästinaamtes nur eine geringere Bedeutung. Es bestand außer dem ehrenamtlich fungierenden Chef lediglich aus einem Beamten und einer Schreibkraft, wozu dann in diesem Jahre noch eine Hilfskraft für die Buchführung hinzukam. So war es denn möglich, mit den vom Kongreß bewilligten Einnahmen nicht nur die Ausgaben zu decken, sondern auch die von der Palästinakommission übernommenen Schulden in Höhe von J6 9134.21 zu tilgen. Freilich mußte das Palästinaressort die äußerste Sparsamkeit walten lassen und sich jeder pekuniären Unterstützung palästinensischer Institutionen sowie jeder größern, nicht durch andere Geldmittel bestrittenen Propaganda für Palästinazwecke enthalten. Vor allem mußte zu unserm Leidwesen die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift als Fortsetzung der von der Palästinakommission herausgegebenen drei Bände „Altneuland" 1904—1906 und des einen Bandes „Palästina" 1907 aufgegeben werden. Wenn auch gewissermaßen als Fortsetzung dieser Zeitschrift von privater Seite mit einer kleinen Unterstützung des Ressorts eine Monatsschrift „Palästina" in München herausgegeben wurde, so läßt sich dieselbe doch weder nach Inhalt noch nach Form mit der erwähnten Zeitschrift der Palästinakommission vergleichen. Unser Streben muß darauf gerichtet sein, möglichst bald in Palästina selbst ein unsern wirtschaftlichen und kulturellen Zielen dienendes Organ zu schaffen. Die vom Palästinaamt herausgegebene, monatlich, in der letzten Zeit alle 14 Tage erscheinende Palästina-Korespondenz kann sich naturgemäß nur mit wenigen aktuellen Fragen befassen. Auch auf alle wissenschaftliche Forschungsarbeiten mußten wir aus dem gleichen Grunde verzichten. Wir hoffen aber, daß sich auch hierfür bald eine gesunde, wenn auch nicht gerade zionistische Basis finden lassen wird, ohne daß wir genötigt sind, die unserer Bewegung zur Verfügung stehenden Fonds hierfür zu verwenden. Hingegen war das Palästinaressort bemüht, die Verbreitung der Palästinakenntnis in anderer Weise zu fördern. Einerseits führte es eine sehr ausgedehnte Korrespondenz über Palästina und sandte Tausende von Informationen und Aufklärungen überall dorthin, wo sie verlangt wurden; anderseits veranlaßte es den Druck sowie die Verbreitung kleiner Flugblätter über verschiedene wichtige Themen: Weshalb ist es Pflicht eines jeden Juden, die Kolonisation Palästinas zu fördern? Was ist die Ölbaumspende?

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