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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 11

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476272--3041-3479182
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Es werden Ihrer Beschlußfassung seitens der betreffenden Instanzen Vorschläge unterbreitet werden, die Ihrer vollen Aufmerksamkeit würdig sind. * * * Wir wollen nicht ruhmredig auf unsere Arbeiten und Erfolge hinweisen. Was wir geschaffen haben, bildet nur Bausteine für das Fundament des großen Gebäudes, und ist nur der Anfang. Die geordneten Verhältnisse, denen wir in der Türkei entgegengehen, werden uns jetzt die Möglichkeit geben, mit größerer Energie und besseren Erfolgaussichten vorzugehen, Arbeiten zu unternehmen, die notwendig sind, um die Bedingungen für eine geordnete Einwanderung und zweckentsprechende Kolonisation zu schaffen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir dürfen nie vergessen, daß unsere Arbeiten die Sache unseres Volkes bedeuten und müssen daher diese Arbeiten mit dem Ernst und der Ruhe machen, wie sie eine Volkssache erfordert- Unsere Hauptaufgabe muß daher in erster Linie darauf gerichtet sein, das Volk zur Solidarität, zur Opferwilligkeit und zur Selbsthilfe zu erziehen, denn unsere Stärke ist das Volk. (Lebhafter Zustimmung.) WTie dieses fest, einig und stark sein wird, das wird von bestimmender Wirkung auf unsere Erfolge sein. Unsere Kraft ist, Gott sei Dank, ungebrochen. Unbekümmert um rechts und links, um Gnadensonne oder Sturm, ohne Leidenschaft werden wir unsere Arbeit fortsetzen und unsere Pflicht tun. Wir arbeiten im Namen eines historisch kundgegebenen Volkswillens, der über alle Wandlungen erhaben ist. Jeder andere glühende Eifer kann erkälten, jede andere Kraft erlahmen, oder es können auch sonstige bisher niedergedrückte Leidenschaften plötzlich emporlodern, die dem Fühlen und Denken eine andere Richtung geben, das Wirken und Streben in andere Bahnen leiten, aber der durch Jahrtausende bewährte Volkswillen muß bleiben. (Lebhafter Beifall.) Durch den Kampf mit den Hindernissen wird dieser Wille nur gestählt. Die Wahrheit, Gerechtigkeit und Vernunft brauchen manchmal Zeit sich durchzuringen, aber solange hat ja die Geduld keines einzigen Volkes gedauert, wie die des unsrigen. Der Zionismus wurde als Utopie betrachtet, als er ins Dasein trat. Nur von wenigen für lebenskräftig gehalten, hat er im Laufe der Zeiten schon zahlreiche Kreise von seiner Bedeutung zu überzeugen vermocht. Wir müssen uns weiter Achtung verschaffen; wir werden gehört werden, wenn wir sprechen, und unsern Versicherungen wird man Glauben schenken, wenn wir stark und einig sind. (Lauter Beifall und Händeklatschen.) Schreiten wir aufrecht vorwärts! (Tosender, langanhaltender, sich stets erneuernder Beifall im Saal und auf der Galerie, — Tücherschwenken.) Ich eröffne den Kongreß!

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