Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476272--3039-3479180- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Triumph einer edlenldee,der Optimismus, ohne den keine schöpferische Tat möglich ist, wird uns nie verlassen. Kein Hindernis wird uns abschrecken, denn wo eine Notwendigkeit vorhanden ist, muß auch eine Möglichkeit vorhanden sein. (Sehr richtig, sehr gut!) Unser Werk wird vorwärts schreiten. Nur eine für das jüdische Gemüt beschämende Erinnerung wird es bleiben, daß noch unter Juden Neid, Mißgunst und völlige Verkennung der Ziele, denen der Zionismus zustrebt, vorhanden sind, die sich bei jedem Anlaß in ungerechten Angriffen, ja sogar in Entstellungen und Verläumdungen äußern. Sie sind es, die von uns ein Zerrbild geben, sie sind es, die das Gespenst eines staatsfeindlichen Zionismus in stets neuen erschreckenden Formen ausmalen. (Hört) hört! —Lebhafte Pfui-Rufe). Wir versagen es uns, auf die Stimmungsmache gegen den Zionismus näher einzugehen. Nur eins möchten wir bemerken; der Eifer einiger dem Volke fernstehender Kreise, sich für die jüdischen Interessen angeblich ins Mittel zu legen, weil wir eine schlechte Politik machen könnten, ist gänzlich unnötig. Uns das zu widerraten und davor zu warnen, was wir doch ohnehin schon in unserm eigenen Interesse nicht wollen, ist vollständig überflüssig. (Sehr gut.) Die Wahrheit wird siegen. Ihr Licht kämpft schon mit der Finsternis des Vorurteils in der Türkei selbst. Es erfüllt uns mit besonderer Genugtuung, hier zum erstenmal Delegierte aus der Türkei unter uns zu sehen. (BegeisterterBeifall undHändeklatschen— Die Versammlung erhebt sich unter lebhaften Hochrufen.) Sie kommen aus dem Lande, nach dem unsere Blicke mit Liebe und Hoffnung gerichtet sind. Sie kommen aus einem scharfen Ringen mit allerlei Mächten des Mißverständnisses und des Vorurteils. Aus diesem Ringen haben sie ihren Ehrenschild glänzend zurückgebracht. Seid uns gegrüßt, unsere Brüder aus dem Osten! (Erneuter stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Ihr findet bei uns offene Arme und für Euch warm schlagende Herzen. Ihr wäret nicht nur Beobachter, sondern auch Mitwirkende an dem historisch bedeutsamen Prozeß der Vereinigung der Aschkenasim und Sephardim, die die zionistische Idee zusammengeführt hat, und die uns mit großen Hoffnungen für die Wiederbelebung unserer Nation und für die Fortführung unseres Werkes erfüllt. (Lebhafter Beifall.) Nehmt in Eure Heimat vom zionistischen Kongreß den Ausdruck der brüderlichen Liebe und der herzlichen Aufmunterung mit! (Lauter Beifall undHändeklatschen.) Verehrter Kongreß! Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in Palästina. Wir treten dort langsam aber sicher aus der Periode des Chaos heraus. Herzl, dessen großer Schatten unser heimlicher Führer ist, hat das Wort „Altneuland" geprägt. Es war ein prophetisches Wort. (Sehr gut, Beifall.) Wir sehen jetzt, wie Palästina zu neuem Leben erwacht, wie es ein Gebiet aussichtsreicher Unternehmungen und