Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 191)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 193 — der eben vorgelesenen Redner geschlossen werde, der erhebe die Hand. (Rufe: U ebersetzen, übersetzen! Wir haben das nicht verstanden.) Ich bitte die Herren Delegierten, ihre Plätze einzunehmen, sonst können wir überhaupt nicht abstimmen. Es wird mir übrigens soeben mitgeteilt, daß sich im Saale Personen befinden, die keine Delegierten sind. So leid es mir tut, muß ich sie ersuchen, den Saal sofort zu verlassen, wenn sie mich nicht dazu zwingen wollen, daß ich die Ordner in Tätigkeit setze. Wir haben Platz genug für alle Gäste und ich muß daher darauf bestehen, daß im Saale lediglich Delegierte anwesend sind. Ich bringe also den Antrag zur Abstimmung, welcher lautet: Schluß der Debatte ohne Anhörung der vorhin verlesenen Redner. Ich bitte, das ins Russische und ins Englische zu übersetzen. (Del. Dr. Tschlenow übersetzt den Antrag ins Russische. — Del. Keßler ins Englische.) Del. Moser: Ich möchte ein Amendement zu diesem Antrag stellen. Präs. Wolffsohn: Wir befinden uns bereits in der Abstimmung. Außer diesem Antrag liegt noch ein Antrag auf Wahl von Generalrednern vor. Ich bitte, das auch russisch zu erklären. (Del. Dr. Tschlenow gibt die russische Uebersetzung. — Rufe: Französisch!) Ich bitte, das kurz französisch zu übersetzen, w^eil der Wunsch geäußert worden ist. (Del. Dr. Marmorek gibt die französische Uebersetzung.) Wer also für Schluß der Debatte ohne Anhörung der Redner ist, erhebe die Hand. (Geschieht.) Gegenprobe! (Nach Vornahme derselben): Der Antrag ist abgelehnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Jetzt liegt ein Antrag vor auf Wahl von zwei Generalrednern. (Rufe: Je zwei, zusammen vier!) Del. Löwy: Ich bitte zur Geschäftsordnung ums Wort.) (Lebhafte Unruhe.) Präs. Wolffsohn: Ich bitte vor allem um Ruhe. Del. Dr. Friedemann (zur Geschäftsordnung): Nachdem Schluß der Generaldebatte nicht angenommen worden ist, meine ich, daß es keinen rechten ZwTeck hat, Generalredner zu wählen, denn hier handelt es sich nicht darum, die Meinung von Parteien zum Ausdruck zu bringen, sondern Tatsachen. Präs. Wolffsohn: Darüber wird der Kongreß entscheiden! Del. Dr. Friedemann: Ich will zur Geschäftsordnung einen Vorschlag machen, muß ihn also begründen. Ich bitte, sämtliche Redner, die auf der Rednerliste stehen, zum Wort kommen zu lassen, aber , mit einer Redezeit von fünf Minuten. Präs. Wolffsohn: Es ist die Wahl von vier Generalrednern beantragt worden. (Lebhafte Unruhe.) Es existiert dort eine Ecke, die furchtbar lärmt. Man kann doch unmöglich alle überschreien. Ich bitte Ruhe zu halten. Es liegt ein Antrag auf Wahl von vier Generalrednern vor. Wer für diesen Antrag ist, erhebe die Hjand. (Geschieht. — Del. Dr. Friedemann: Mein Antrag ist doch der weitergehende!) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach Vornahme derselben): Der Antrag ist angenommen. Bevor ich behufs Vornahme der Wahl der Generalredner die Rednerliste verlese, habe ich noch einige Ankündigungen zu machen. Die Bankleitung teilt mit, daß die Besitzer von Inhaberaktien ihre Aktien noch heute bei der Bankf deponieren müssen, wenn sie sich Mittwoch an der Generalversammlung beteiligen wollen. (Rufe: Wo?) Im Bureau der Kolonialbank, Heerengracht. Diejenigen, welche die Vollmacht haben, für andere zu stimmen, müssen ihre Vollmachts nach weise spätestens bis morgen mittag einreichen. (Del. Dr. Tschlenow übersetzt diese Mitteilung ins Russische.) Die Österreichische Landsmannschaft versammelt sich zu einer dringenden Besprechung um 1/23 Uhr im Landsmannschaftsgebäude. Die Palästina-Kommission tagt in ihrem gewöhnlichen Lokale um 2 Uhr.