Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 171)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 173 — Präs. Wolffsohn: Ich bitte, Herr Fogal, zu sprechen! Del. Fogal: Wenn Sie mir keine Ruhe verschaffen, so kann ich doch nicht sprechen. Präs. Wolffsohn: Ich bitte um Ruhe. Nun wollen Sie, Herr Fogal, etwas langsamer und etwas lauter sprechen, damit ich auch etwas höre. Del. Fogal: Ich erkläre noch einmal, daß die Angelegenheiten der Bank nicht vor den Kongreß gehören, sondern nur vor die Aktionäre des J. C. T. (Lebhafter Widerspruch.) Präs. Wolffsohn: Aber, meine Herren, Herr Fogal darf doch seine Meinung haben! Del. Fogal: Ich bin Aktionär des J. C. T. und habe das Recht zu sprechen. (Rufe: In der Generalversammlung, aber nicht hier!) Sie haben nicht das Recht, hier zu sprechen, sondern das ist das Recht eines Aktionärs. W^enn die Bank so einen Prozeß zu führen beginnt, so hat die Bank zu zahlen. Wenn aber Sie beschließen, den Prozeß zu führen, so muß die zionistische Bewegung die Kosten tragen, das geht doch die Bank nichts an. Del. Spira: Geehrter Kongreß! Wiewohl die Aenderung der Statuten eine Lebensfrage unserer Bank bedeutet, will ich doch nicht darüber sprechen, weil ich nur über solche Dinge spreche, die ich verstehe, und ein Kongreß, der doch zumeist aus Laien besteht, in dieser Angelegenheit doch kein Urteil fällen kann. Ich möchte nur den Antrag des A. C. in der Richtung erweitern, daß wir zur genauen Untersuchung der Angelegenheit eine aus mehreren Advokaten bestehende Kommission wählen. Ich wollte hier nur darüber sprechen, wie die Sache bezüglich der Bank jetzt steht. Gleich beim Inslebentreten der politischen Bewegung im Zionismus hat unser Führer eingesehen, daß eine solche Bewegung ein finanzielles Instrument haben muß. Es wurde also gleich auf dem ersten Kongreß beschlossen, die Jüdische Kolonialbank zu gründen. Den Appell, den die Führer an die Zionisten gerichtet haben, haben wir in der Weise beantwortet, daß etwa 350000 Pfd. St. für die Bank gezeichnet worden sind. Da aber die Bank nicht eher Geschäfte machen durfte — das war sozusagen eine conditio sine qua non —, als die öffentlich-rechtlichen Sicherheiten da wären, mußte natürlich ein Ausweg geschaffen werden, um die Gelder irgendwie anzulegen. Unser unvergeßlicher Führer Theodor Herzl hatte, obwohl er kein Kaufmann war, das unsichere Gefühl, daß man sich in keine Geschäfte einlassen dürfe, weil man, sobald man irgendwelche Geschäfte macht — und mögen es die sichersten sein —, nicht immer liquid sein könne und das Kapital nicht jederzeit zur Verfügung habe. Er hat also seinerzeit beantragt — wenn es auch nicht ganz richtig ist, aber die Idee war eine richtige —, daß man das Kapital in Konsols anlegen solle. Die Grundidee war die, daß man das Geld des J. CT. immer zur Verfügung haben müsse und es vorläufig in Effekten anlegen solle. Nachdem aber der größte Teil der Aktien in Rußland gezeichnet worden war, und da sich auch das Direktorium zumeist aus russischen Herren zusammengesetzt hatte, ließ sich das Direktorium herbei . . . Präs. Wolffsohn: Herr Spira, ich mache Sie darauf aufmerksam, daß derartige Dinge in die Generalversammlung der Bank gehören und nicht vor den Kongreß. Del. Spira: Ich spreche nur im allgemeinen, nicht über einzelne Geschäfte. Präs. Wolffsohn: Sie können nur über die Prinzipien sprechen und über die Hauptsache, die Frage der Aenderung der Statuten, aber nicht über derartige Dinge. Del. Spira: Ich spreche ja über die Prinzipien, denn ich denke, Geschäfte machen oder nicht machen ist eine prinzipielle Sache. Präs. Wolffsohn: Nein, Herr Spira, Geschäfte machen ist eine