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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 69

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 69 (sequence 67)
Language
German, English, Hebrew
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— 69 — wendigkeit stärkt. Das, meine verehrten Damen und Hferren, sollte eigentlich für jedermann klar sein. Nun wird gesagt: Ja, was können wir heute außerdem überhaupt noch tun? Da lassen Sie mich ein Wort zitieren, aas auch von Theodor Herzl stammt, der als bereits totkranker Mann gesagt hat: Die Organisation als solche kann zur Erreichung der letzten Endziele — damit meinte er das politische Resultat der Erwerbung des Landes — nichts tun. Das können nur die Führer; aber die Führer können alles dazu tun und die Organisation gibt ihnen den moralischen Rückhalt und den Kredit, den ein Führer braucht, wenn er politische Arbeit treibt. Deshalb, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist es notwendig, diesen Kredit durch intensivste Propagierung unserer Idee zu erhöhen und dadurch, daß wir nach Möglichkeit für die finanziellen Mittel sorgen, denn ohne Geld kein Kriegführen und keine Landesbesetzung und kein Erobern. Wir haben aber kein Geld, weil das Geld nicht gegeben wird und nicht abgeführt wird, und gerade nicht aus jenen Landsmannschaften, welche so sehr dafür sind, daß wir zu Rande kommen sollen. WTenn heute einzelne Landsmannschaften 40 Prozent und 60 Prozent der Schekeleinzahlungen für sich verwenden, so ist das ein Verbrechen am Zionismus. (Zustimmung.) Es muß dafür gesorgt werden, daß die Landsmannschaften nicht aus der Tasche der Schekelzahler leben, sondern aus den eigenen Einnahmen sich besolden und aus dem eigenen Landes- 'beitrage sich erhalten. Die Schekelgelder gehören dem A. C. für die große Arbeit. (Lebhafter Beifall und Lländeklatschen.) Ich frage Sie aber, meine verehrten Damen und Herren, wie soll das A. C. arbeiten, wenn jedes Jahr de facto eine Unterbilanz eintritt, wie wir das in den letzten Jahren gehabt haben. Es wird nur dann möglich sein, politisch vorwärts zu kommen, wenn wir die Möglichkeit haben, in Ko'nstantinopel kontinuierlich zu arbeiten. Zu einer solchen Arbeit gehört erstens einmal die Aufstellung eines festen Budgets auf jedem Kongresse. Dieses Budget muß ausweisen, wieviel Geld uns für die praktische Arbeit und für die kulturellen Erfolge in Palästina zur Verfügung steht und vor allem auch für die politische Tätigkeit, die doch die Grundlage und der Grundstoff unserer ganzen Arbeit bleiben muß. Wenn wir kein Geld haben, um in dem Lande, in welchem alles allein mit Geld zu machen ist, zu arbeiten, können war gleich einpacken und zu Hause bleiben, dürfen aber nicht Vorwürfe gegen die Leiter der Bewegung" erheben, wenn es ihnen durch 'unsere eigene Fahrlässigkeit unmöglich gemacht wird, zu arbeiten, weil wir ihnen kein Geld gegeben ihaben. Es ist notwendig, daß wir für politische Zwecke Geld bekommen. Wir müssen dafür sorgen, daß eine ständige Vertretung in Konstantinopel geschaffen wird. Erst wenn eine solche bestehen wird, werden wir überhaupt erfahren, was dort im Lande vorgeht. Solange wir auf zufällige Nachrichten angewiesen sind, solange wir nur zufällig erfahren, der hat dies, der jenes gesagt, jetzt ist der Moment, wo man vielleicht eingreifen könnte, dann hat man den Moment schon verfehlt, bevor man sich entschlossen hat, etwas zu tun. Meine verehrten Damen und Herren! Rechnen Sie mir nicht nach, ■daß ich eigentlich keine Kritik der Bewegung gegeben habe, sondern daß ich positive Anträge gebracht habe. Es ist besser, wenn jemand nicht kritisiert, sondern sagt, was Positives geschaffen werden kann. Wir brauchen erstens Geld und sollten über gar nichts weiter hier reden, als darüber, wie wir dieses Geld hier zusammenbringen. (Zustimmung.) Wir brauchen zweitens praktische Arbeit im Lande, die darin bestehen muß, daß alles angewandt wird, um den Boden zu schaffen, der die Möglichkeit für wirtschaftliche Arbeit gibt, ohne daß man aber unsere kleinen Fonds dazu verwendet. (Beifall.) Drittens brauchen wir eine politische kontinuierliche Arbeit, nicht nur in der Hauptstadt des Reiches, sondern;auch in anderen größeren Städten des Landes, und dazu muß man Geld

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