Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 16)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 18 — Und eigentümlich war's, als abends alle vor dem Volkshause zusammentrafen. Auf jüdischem Boden, in einem jüdischen Milieu; dichte Reihen gesunder jüdischer Gesichter und rund herum, von allen Seiten Jugend, junge Jugend — mit begeisterten Augen, Fackeln und blauweiße Fahnen in den Händen und durch Salven ihrer Begeisterung Ausdruck gebend. Und über all dem der blaue palästinensische Himmel mit seinem sanften, weichen, tief ins Herz eindringendem Palästina*- monde. Ich habe die Anwesenden begrüßt und sagte dabei: Ich gehe von hier zu einer anderen Versammlung, die auch einen Kibbuz Golujjoth, eine Repräsentation der Juden aller Länder darstellen wird, zum Kongreß nach Haag. Soll ich dort den brüderlichen Gruß erwidern? Ein Jubelruf hat mir diese Pflicht auferlegt, die ich jetzt erfülle. (Stürmischer Beifall.) Seid begrüßt, Ihr alle, die Ihr hier in der Diaspora unserer Volkssache dient, von denen, die unser Ideal in der Gegenwart verwirklichen. Ich habe übernommen, Ihnen noch Folgendes zu sagen: Unsere Bewegung hat sich drei Ziele gestellt, sie erstrebt: ein Volk, ein Land, eine Sprache, die noch vor kurzem, von manchen auch jetzt, für tot erklärt wurden, wieder aufzurichten. Jede von diesen drei Aufgaben ist kolossal schwier, und es ist nicht zu verwundern, wenn im Herzen bei diesem oder jenem manchmal Zweifel auftauchen, und man fragt sich: sind die Aufgaben lösbar? Entsprechen sie den menschlichen Kräften? Die verflossenen 25 Jahre waren eine Probe, die das Land, das Volk und die Sprache zu überstehen hatten. (Lebhafter Beifall.) Und nun rufe ich allen Schwankenden und Zweifelnden zu: Geht ins Land, da werdet Ihr sehen, wie öde verlassene Strecken zu Paradieswinkeln von unsern Brüdern umgewandelt wurden. Besuchen Sie die Schulen, gehen Sie in die Straßen von den Kolonien, wo die Kinder spielen. Da werden Sie hören, wie unsere Muttersprache lebt und klingt. Besuchen Sie die Häuser, die Leute, dringen Sie ins öffentliche Leben hinein, und Sie werden fühlen, daß etwas Neues,