Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 9)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 11 — (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das Direktorium hat bereits hierfür die Vorarbeiten beendet. Das Aufkeimen neuer Industrien in Palästina, die der Privatinitiative ihre Entstehung verdanken, die Anzeichen einer besseren Richtung in dem Leben der Kolonien zeigen uns, auf welchen Bahnen wir schreiten müssen, um bessere Erfolge erwarten zu dürfen. Für die Einführung des Kunstgewerbes ist ein guter Anfang durch den Bezalel gemacht worden (Lauter Beifall.) und für das Erziehungswesen in jüdischem Geiste ist die Gründung eines hebräischen Gymnasiums ein vielversprechender Versuch. (Stür: mischer Beifall.) Es soll noch dies und jenes in Angriff genommen werden, aber mit großer Vorsicht. Man muß den Drang des Glründertums, auch wenn er den edelsten Beweggründen entspringt, durch weise Mäßigung bezähmen, weil ein Losgehertum mehr schaden als nützen kann. Bei praktischer Arbeit muß tier Rechenstift zur Geltung' kommen. Eine nüchterne, vorsichtige Beurteilung ist bei diesen Fragen zuträglicher, als eine enthusiastische Ueberstürzung. Viele Dinge sind technisch zu behandeln und können nur durch die Begutachtung der erfahrenen Sachkenner, nicht aber durch Gefühlsregungen entschieden werden. Wir müssen uns bewußt sein, daß es nicht genug ist, Leitsätze aufzustellen, man muß sie auch in die Praxis umsetzen können. Denn die großen Gedanken allein machen es nicht, wenn nicht vorher durch systematische Arbeit der Boden vorbereitet worden ist, auf welchem die Gedanken ausreifen können. (Lebhafte allgemeine Zustimmung.) So schreiten wir an die Arbeit dieses Kongresses. Wir haben viele und wichtige Fragen zu lösen, und wir verhehlen uns nicht, daß in Bezug auf Einzelheiten manche Meinungsverschiedenheit unter uns herrscht. Wir sind keine gefügige Mamelukenschar, und wir wollen es auch nicht sein. Der jüdische Geist ist zur Kritik veranlagt, und das Gesetz der Entwicklung bewirkte es, daß wir im Zionismus verschiedene Nuancen und Abstufungen besitzen. i\ber die Verschiedenheiten machen die Bewegung reichhaltiger, und sie kommen zum Ausgleich in der einheitlichen Organisation. Aus dem Ihnen vorzulegenden Berichte des Zentralbureaus