Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 133)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 135 — Ja oder nein?" Wenn er antwortet „ja", so ist der Betreffende Mitglied der zionistischen Organisation, muss seinen Schekel bezahlen und kann die damit verbundenen Rechte ausüben. Wenn er „nein" sagt, dann schliesst er sich selbstverständlich vom Zionismus selber aus und es ist nicht zu verstehen, weshalb er überhaupt einer zionistischen Organisation beitreten will. Eine andere Frage hat man nicht das Recht, an ihn zu stellen. Del. Temkin (übersetzt obiges ins Russische). Präsident Dr. Nordau: Das Wort hat Herr Dr. Syrkin; ich bitte, ihn ruhig anzuhören, weil er als Redner einer Minorität zu Ihnen spricht und das Recht hat, angehört zu werden. Del. Dr. Syrkin: Meine Herren und Damen! Nach der traurigen Beschlussfassung, die soeben stattgefunden hat und welche mit den Interessen des jüdischen Volkes auseinandergeht, gestatte ich mir, Ihnen folgende Resolution vorzulegen: Im Namen der Kongressgruppe der zionistischsozialistischen Arbeiterpartei, die 28 Delegierte umfasst, erlaube ich mir hiermit, folgendes zu erklären: Die Zionisten-Sozialisten betrachten seit jeher das zionistische Ideal als den Ausdruck des historischen Problems und der Lebensinteressen der jüdischen Volksmassen, deren vollständige ökonomische, soziale und kulturelle Entwicklung die Konzentration des jüdischen Volkes auf der Grundlage einer politisch-nationalen Autonomie, der produktiven Arbeit und der sozialen Gleichheit zur Voraussetzung hat. Die Zionisten- Sozialisten, die von den Interessen und;deml Ideale eines Teiles des jüdischen Proletariats und der breiten jüdischen Arbeitermassen ausgehen, sehen in der Fixierung des zionistischen Programms auf Palästina, das nicht das Minimum der zur Realisierung unseres Ideals notwendigen Bedingungen aufweisen kann, sowie allen daraus folgenden Konsequenzen, wie Kleinkolonisation usw. eine wesentliche und prinzipielle Beschränkung des zionistischen Programmes. Dies schmälert den Sinn und den Inhalt unserer Befreiungsbewegung und steht in tiefem Widerspruch mit den Interessen des jüdischen Proletariats und der breiten jüdischen Volksmassen. Diese Fixierung des Programms auf Palästina bringt nur die im Absterben befindliche Tradition des nicht zielbewussten und unkulturellen Teiles der jüdischen Volksmassen (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Stürmischer Widerspruch.), sowie des reaktionär-nationalistisch gestimmten Teiles der jüdischen Intelligenz zum Ausdruck. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Lauter Widerspruch. — Rufe: Pfui!) Präsident Dr. Nordau: Pfui ist kein parlamentarischer Ausdruck! Del. Dr. Syrkin (fortfahrend): Die Gruppen der Zione-Zion verschiedenster Schattierung haben ihre priveligierte und herrschende Stellung auf dem VII. Kongress ausgenützt, um der ganzen zionistischen Organisation ein Programm aufzudrängen, das dem Geiste und Ziele des Zionismus nicht entspricht. (Stürmischer Widerspruch.) und das zionistische Volksbewusstsein verdunkelt. (Gelächter. — Beifall und ironischer Beifall.) Wir erklären darum, da wir das Programm der Zione-Zion als die Sache unserer Volksbefreiung hemmend betrachten, dass wir unsere weitere Teilnahme an dem Kongresse, der sich selbst und dem (Volke untreu geworden ist, für unmöglich halten. (Bravo!) Wir hoffen, dass alle wirklich demokratischen Elemente im Judentum und Zionismus die Richtigkeit unserer Handlungsweise anerkennen werden und fordern alle wirklichen und konsequenten Zionisten-Territorialisten auf, unserem Beispiel zu folgen und den Kongress-