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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1905-01-01 · 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905 · page 129

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 129)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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IV. TAG 30. JULI 1905 NACHMITTAGS-SITZUNG (AUSSERORDENTLICHER KONGRESS) BEGINN: 12 UHR 30 MINUTEN Präsident Dr. Nordau (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüsst): Die Sitzung ist eröffnet. Ich kann nicht umhin, nochmals mein tiefes Bedauern auszusprechen über die ungebührlichen Szenen, deren Schauplatz dieser Saal gestern oder vielmehr heute morgen war. Wenn diese Szenen sich wiederholten, wären sie geeignet, das Ansehen endgültig zu ^zerstören, das wir uns durch unsere bisherige Haltung zu erringen gewusst haben. (Ich rufe Ihr Pflichtgefühl an. Ich beschwöre Sie, sich Ihrer Verantwortlichkeit bewusst zu sein. Verlieren Sie keinen Augenblick die Tatsache aus den Augen, dass die Blicke der ganzen Welt auf Sie gerichtet sind, manche mit höhnischem, manche mit traurigem Ausdruck, und dass das ganze jüdische Volk von seinen Feinden und selbst von seinen Freunden für die Ungebühr, die sich hier ereignet, verantwortlich gemacht werden wird. Wir sind gezwungen gewesen, die Galerien heute den Zuschauern zu verschliessen. Es hat sich als unmöglich herausgestellt, mit der blossen moralischen Autorität des Präsidiums auf der Galerie die erforderliche Ruhe zu erlangen. Infolgedessen waren wir gezwungen, um neuen Störungen vorzubeugen, unserem Prinzin der absolut uneingeschränkten Oeffentlichkeit zuwider im Interesse des ruhigen Fortgangs unserer Verhandlungen für heute die Oeffentlichkeit von der Galerie auszuschliessen. Nach der Abstimmung wird die Galerie den Gästen wieder geöffnet werden. Ich warne sie aber jetzt schon vor einer Wiederholung der gestrigen Störungen; denn falls sie sich wiederholen sollten, würden wir unnachsichtlich von unserem Hausherrnrechte Gebrauch machen und sie dauernd ausschliessen. Wir fahren jetzt in der Verhandlung über die Ostafrikafrage fort. Die Generalredner sind sämtlich zu Worte gekommen. Die Erörterungen sind geschlossen. Wir haben nur noch über ,die vorliegenden Anträge abzustimmen. Das A.-C., das eben eine Sitzung gehalten hat, die der Grund für die verspätete Eröffnung dieser öffentlichen Sitzung ist, hat mit allen gegen eine Stimme beschlossen, Ihnen verschmolzene Anträge, die von verschiedenen Parteien gestellt wurden, als eigenen Antrag zur Annahme zu empfehlen. Dieser Antrag, der also im Namen des A. C. gestellt wird, wird jetzt verlesen. Ich bitte aufmerksam zuzuhören.

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