Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 97)
- Language
- German, English, Hebrew
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Jetzt kommen wir zum Antrag Hantke - Moser - Kalmus auf Wahl von 4 Generalrednern auf jeder Seite. Wer für diesen Antrag ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist a n g e n o m m e n. (Lebhafter Beifall. — Zwischenrufe und Lärm. Es liegt nun hoch ein Antrag des Herrn Dr. Soski<n zur Geschäftsordnung vor, dass jeder Generalredner bloss 15 Minuten zu sprechen das Recht haben soll. (Lebhafter Widerspruch. — Pfeifen.) Ich bitte um Ruhe. Vizepräsident Temkin übersetzt den Antrag ins Russische. (Beifall. — Widerspruch.) Del. Dr. Soskin: Zur Begründung meines Antrages möchte ich Sie daran erinnern, dass am letzten Kongresse bei der Generaldebatte über das Ostafrika-Projekt ebenfalls bloss 15 Minuten Redezeit angenommen wurden, und ich weiss nicht, warum wir nicht jetzt dasselbe tun können. (Beifall. — Widerspruch. — Pfeifen. ) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich muss nochmals den schärfsten Tadel gegen denjenigen aussprechen, der trotz des Mahnrufes unseres verehrten Herrn Präsidenten Dr. Norda^u wiederum gepfiffen hat. Das ist ein unanständiges Benehmen. (Lebhafter Beifall.) Wenn der Betreffende Mut hat, soll er sich wenigstens melden. Del. Dr. Deiches: Herr Präsident, ich bitte, über meinen Antrag abstimmen zu lassen. Vizepräsident Dr. Marmorek: Ueberlassen Sie das dem Präsidenten. Del. Abramowitsch: Heute hat man hier viel vom Parlamente gesprochen. Wenn wirklich die Majorität ihre Beschlüsse auf jede Weise zum Durchbruche bringen will, soll sie das auf parlamentarische Weise tun. Mir gefiele es noch besser, wenn Sie durch Tücherschwenken abstimmen, als auf diese scheinbar parlamentarische Art und Weise. Vizepräsident Dr. Marniorek: Ich kann eine Diskussion über diesen Antrag nicht gestatten. Eine Begründung dieses Antrages gibt es nicht. Sie dürfen nur über die Form der Abstimmung sprechen, aber sonst keine Begründung geben. Del. Abramowitsch (fortsetzend): Ich erkläre mich gegen den Antrag. Denn eine Beschränkung der Redezeit in dieser Frage ist, wenn dies auch auf dem vorigen Kongresse geschehen ist, eine Brutalität, und eine Brutalität soll sich das jüdische Parlament nicht gefallen lassen, auch wenn es eine Majorität besitzt, die es so will. Vizepräsident Dr. Marmorek: Geehrter Kongress! Gestatten Sie mir, in meinem Namen eine Bitte auszusprechen. Es ist das erste Mal, dass ich es wage, etwas vom Kongresse zu verlangen. Ich glaube, es ist im Interesse der Redefreiheit geboten, dass man der Minorität, die so sehr darauf besteht, das Recht wahrt, zu sprechen. Ich bitte Sie daher, den Antrag Soskin abzulehnen. Ich bringe, diesen Antrag jetzt zur Abstimmung. Wer für den Antrag Soskin i st, den Generalrednern bloss 15 Minuten Redezeit zu gewähren, erhebe die Hand. (Del. Dr. Soskin: 1/2 Stunde!) LIerr Dr. Soskin hat seinen Antrag dahin modifiziert, den Generalrednern V2 Stunde Redezeit zu gewähren. (Beifall. — Widerspruch.) Ich wiederhole meine Bitte, den Antrag Soskin abzulehnen . Wer für den Antrag Soskin ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Das Resultat der Abstimmung ist nicht sicher, wir müssen sie wiederholen. (Grosse Unruhe. — Zwischenrufe.) Ich bitte, sich zu