Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 77)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 79 — Wenn wir jetzt die 120 Redner en bloc versammeln, so haben wir keine Garantie dafür, dass unter den Generalrednern die Vertreter der sämtlichen Landsmannschaften und Fraktionen sich befinden, und dann wäre die Meinung einzelner Landsmannschaften geknebelt worden. Ich mache Ihnen daher folgenden Vorschlag: Wir benützen die Pause von einer Stunde, um eine Sitzung sämtlicher Landsmannschaften und Fraktionen abzuhalten. Dort werden je nach der Bedeutung einer Landsmannschaft Generalredner gewählt. Und sollten es auch mehr als 8 sein,., es schadet gar nichts, wenn über diese Frage noch 2, 3, 4 Stunden diskutiert wird (Zwischenrufe), wenn wir nur dann zu einem Resultate kommen, das dieses Kongresses und der zionistischen Bewegung würdig ist. Das ist ja dasjenige, was wir alle anstreben. Sie sehen, meine Herren, es sind hier kleinere oder grössere Gruppen, welche durch den Aufwand ihrer Stimme den Kongress zu beherrschen suchen. Es ist das an und für sich ein parlamentarisch falsches Mittel, um seiner Meinung Ausdruck zu geben, aber Sie zwingen diese Gruppen dazu, den Kongress bezw. seine Verhandlungen zu stören, wenn Sie ihnen nicht Gelegenheit geben, in geschäftsordnungmässig zulässiger Weise ihre Meinung hier zum Ausdruck zu bringen. (Lebhafter Beifall,) Ich bitte Sie daher dringend, den Antrag des Präsidiums abzulehnen und meinen Antrag anzunehmen, der dahin geht, den Landsmannschaften sowie den Fraktionen jetzt Gelegenheit zu geben, unter sich über die Wahl von Generalrednern zu beraten. (Beifall.) Del. Trietscli: Meine Damen und Herren! - Es hat sich gezeigt, — genau habe ich es nicht zählen können, die Zahl kann aber natürlich noch festgestellt werden — dass ungefähr 73 Redner „gegen" und 25 „für" eingetragen sind. Ich beantrage daher, dass die Gencralredner proportional diesen Ziffern zum Wort kommen. (Rufe: Nein!) Ich beantrage weiter, dass nicht mehr als etwa 12 Generalredner gewählt werden — über die Ziffer können wir uns noch einigen — und dass die Redezeit von vornherein derart beschränkt werde, dass dadurch der Abschluss der Verhandlungen über den Uganda-Vorschlag heute noch erzielt werden kann. Wir debattieren jetzt 2 Jahre über den Uganda-Vorschlag, so dass war heute nicht nötig haben, unsere Meinung zu klären. Die Meinungen sind schon fertig. Ich beantrage daher, über diesen Antrag sofort zur Abstimmung zu schreiten, damit wir Zeit sparen. Dann mögen die Pro- und die Kontra-Redner zusammenkommen und ohne Zusammentritt der Landsmannschaften in dieser viel einfacheren und glatteren Art Generalredner wählen. (Beifall.) Del. Dr. Deiches: Es wäre entschieden eine Zeitvergeudung, wenn wir alle Redner anhören wollten; es ist deshalb der Antrag des Präsidiums, Generalredner zu wählen, sehr berechtigt. Ich glaube aber, dass wir, bevor wir an die Wahl der Generalredner herantreten, zuerst zwei hervorragende Vertreter der Zione Zion sprechen lassen, ebenso wie wir zwei hervorragende Vertreter der anderen Richtung angehört haben, nämlich die Herren Greenberg und Z a n g w i 11. Ich hoffe, dass die Redner unserer Richtung von Ihnen mit derselben Geduld angehört werden werden, wie die anderen Herren, ehe Sie zur Abstimmung über den Antrag auf Wahl der Generalredner schreiten. Del. Dr. N. Syrkin: Meine Damen und Herren! Ich finde es sehr merkwürdig, dass hier ein derartiger Antrag eingebracht worden ist. Gestern ist ein plumperer Versuch gemacht worden, die ganze Diskussion übers Knie zu brechen oder es überhaupt nicht zu einer Diskussion kommen zu lassen. (Zwischenrufe und Lärm.) Heute haben es sich die Herren Zione Zion, denn von dieser Seite geht der Antrag aus, besser überlegt und wollen durch ein mehr parlamentarisches Verfahren die Diskussion abbrechen. Ich