Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 54)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 56 — erklärt,, dass eine Diskussion wegen dieser Rede nicht zugelassen wird. Ich bin also gezwungen, meine Worte an den Bericht anzuschliessen, wie es Herr S chtabotinsky auch getan hat Ich will meine Meinung darüber aussprechen, weshalb unsere Bewegung zurzeit so schwach ist, weshalb wir nicht die Macht haben, von der Herr Schabotinsky gesprochen hat. Ich fasse die Sache so auf: Solange das eigentliche Volk, die niedrigen Schichten des jüdischen .Volkes, diejenigen, die in der Lage sind, den Zionismus zu verwirklichen, solange diese Schichten an dem Zionismus kein Interesse haben, solange ist der Zionismus unmöglich und zur Ohnmacht verurteilt. (Zustimmung.) Was hat die jüdische Masse nötig? Sie hat zwei Sachen , nötig, Brot und Freiheit. Wir haben daran gedacht, wie sich eine sichere Existenz erkämpfen lässt, und ein Teil der jüdischen Masse glaubt, sich diese sichere Existenz hier im Golus erkämpfen zu können. Dieser Teil der jüdischen Masse verhält sich gegenüber dem Zionismus feindselig, aber es gibt auch einen anderen Teil der jüdischen Masse, der bereits eingesehen hat, dass wir hier im Golus keine Zukunft haben, dass wir trotz aller Opfer/ trotz aller Anstrengungen doch keine sichere Existenz erkämpfen können. Dieser Teil der jüdischen Masse sucht etwas anderes, dieser ist dem Zionismus! geneigt und wäre gerne bereit, alle seine; Kräfte dem Zionismus zu widmen, aber er verlangt etwas. Wenn dieser Teil der jüdischen Massen zum Zionismus herangezogen wird, dann muss er eine Arbeit übernehmen, er muss etwas haben, wo er seine Kräfte verwerten kann. Wir sind überzeugt, solange der Zionismus an Palästina 1 festhält, solange sein Programm nicht erweitert wird, werden die Zionisten für ihre Kräfte keine Verwendung finden, denn was uns der geehrte Herr Vorsitzende von der jüdischen Masse gesagt hat, das wird niemandem von der jüdischen Masse schmeicheln. Der Herr Vorsitzende hat von der Türkei gesprochen. Die Mächte, haben aber keinen Anlass, in der Türkei ... Vizepräsident Wolffsöhn (ünterbrechend): Auf der Tagesordnung steht der Bericht des A. C. Sie dürfen nur zu diesem Berichte sprechen. Del. RubentscMk fortfahrend): Und die 1 grosse Masse versteht £anz gut, dass sie einer solchen Aufgabe nicht gewachsen ist. Ich suche zu beweisen, dass die zionistische Bewegung in.; dieser Weiset sich auch fernerhin nicht entwickeln kann. Wir wollen Palästina besiedeln, wir wollen Palästina ökonomisch erobern. " Gut! Aber auf welchem Wege kann dies geschehen? Wie kommt man jetzt nach Palästina hinein? Man wird einfach hineingeschmuggelt. Dieser Weg muss aber zurückgewiesen werden, um die jüdischen Massen zu kolonisieren. Wenn man sich mit leeren Worten begnügt, braucht man. gar nichts zu tun. Dann sage man nur: Wir werden eine Macht bilden. ' Was sollen aber bis dahin die jüdischen Massen tun? Sie müssen weiter schmachten, und dann werden sie sich dem Zionismus nicht anschliessen, weil sie hier nichts zü tun haben. Ich sage Ihnen aber: Nur wenn die . jüdischen Massen sich uns anschliessen, dann wird der Zionismus, die nötige Macht gewinnen. (Beifall bei einem Teile der Delegierten.) f Präsident Dr. Nordau: Morgen, Freitag, früh um 1/210 Uhr. versammelt sich der Permanenzausschuss im Saale No. 4. Die deutsche Landsmannschaft hält morgen um a/i9 Uhr früh im grossen Safransaale eine Sitzung. Die österreichische Landsmannschaft versammelt sich,.morgen um Vo9 Uhr früh im Saale Np. 3, Die „politischen Zionisten" aller Länder 'werden eingeladen, sich heute