Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 27)
- Language
- German, English, Hebrew
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gesichts der vorgelegten Dokumente einstimmig die Grundlosigkeit ihres Misstrauenszugeben und anerkennen, dass der bewährte Führer mit seinen Mitarbeitern den Prinzipien des Zionismus durchaus nicht untreu geworden war, sondern an dem Wege zum klar festgesetzten Ziele unentwegt und beharrlich festhielten, wenn auch momentan der Weg verrammelt und ein Fortschritt nicht bemerkbar war. In einer einstimmig angenommenen Resolution wurde dem engeren A. C. und seinem Präsidenten das volle Vertrauen des grossen A. C. ausgesprochen, und in geradezu rührenden Worten verlieh ein Teilnehmer der Charkower Konferenz dem Gedanken Ausdruck, wie glücklich alle wären, von dem Albdrucke des Misstrauens befreit zu sein, und sich in alter Einigkeit der zionistischen Tätigkeit weiter gemeinsam Widmen zu können. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) So war denn diese Komödie der Irrungen in das Reich der Vergessenheit verwiesen, allein die einmal aufgeworfene prinzipielle Frage zog ihre weiten Wellen und ist bis heute Gegenstand lebhafter Agitation (und schärfsten Gegensatzes, und unsere bis dahin vollkommen einige Bewegung dadurch aufs tiefste durchwühlt und zerklüftet. Die Sitzung des grossen A. C. in Wien im April 1904 war die letzte öffentliche Betätigung unseres grossen Führers Dr. Herzl im Zionismus. Schon während der Tagung klagte er, der über sein persönliches Befinden sich nie zu äussern pflegte, über Herzbeschwerden. Die Konsultierung eines hervorragenden Arztes unmittelbar nach der Tagimg des grossen A. C. liessen Herzl und seine Umgebung erst den Ernst der Situation erkennen. Am 3. Mai, am Tage nach der Erreichung seines 44, Lebensjahres, reiste Herzl nach Franzensbad, wo ihm jedoch die Kur nicht Linderung, sondern Verschlimmerung seines Leidens brachte, und am 3. Juli 1904 um 5 Uhr nachmittags hauchte Theodor Herzl in Edlach bei Reichenau seine grosse Seele aus. Bis zum letzten Augenblicke war er bei vollem Bewusstsein, bis zum letzten Augenblicke war er, trotz der schweren Krankheit, für den Zionismus tätig gewesen. Noch sehen wir ihn im Geiste vor uns, wie er von dieser Stelle auf dem Kongresse, von dem er selbst sagte: „Er ist unsere erste Institution, und ich wünsche, dass er immer unsere höchste, beste, und würdigste sein solle, bis wir ihn hinübernehmen in das schöne Land unserer Väter" — wie er durch seine begeisterten Worte alle Anwesenden hinriss und begeisterte: noch sehen wir ihn in dem historischen Momente, wie er in der Sprache der Ahnen den Treuschwur in bezug auf Jerusalem schwor. Wie schön war er da zu schauen, ein Bild