Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 7 (1905) Basel, 27. Juli bis 2. August 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 26)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 28 — die Einmütigkeit aller Zionisten in der Liebe für Palästina, in der Hoffnung auf Wiedererlangung des Landes der Väter betonte und unter dem rauschenden Beifall aller Delegierten und des Auditoriums den uralten Treuschwur der Juden in der heiligen Sprache wiederholte: „Wenn ich dein vergesse, Jerusalem, verdorre meine Rechte!"...... Als wir wieder in alle Welt auseinander gingen, jeder in seine Heimat zurückkehrte, um in der neuen Epoche die alte Tätigkeit für den Zionismus wieder aufzunehmen, da ahnte keiner von uns, welchen schweren Kämpf en wir entgegengingen, welche grossen und bedeutungsvollen Schicksale dem Zionismus in der neuen Verwaltungsperiode bevorstünden. Zunächst war die erhoffte Beruhigung der Gemüter wegen der Ost-Afrikafrage nicht eingetreten. Missverständnisse, über Missverständnisse hatten Platz gegriffen. Der Zionismus, dessen grösste Stärke in der Einheit und Einigkeit seiner Anhänger lag, wurde durch Zwietracht gespalten; statt die Kräfte für die grossen Aufgaben, die unserer harren, zu sammeln, wurden sie im Bruderkampfe vergeudet. An Stelle sachlicher Diskussionen traten persönliche Verdächtigungen und Beschimpfungen; alte, im Zionismus grau gewordene Kämpfer wurden angegriffen, und der Welt ein sehr trauriges Schauspiel geboten, dessen sich die Feinde unserer nationalen Bewegung erfreuten. Man redete sich in Erregungen hinein, man richtete Gegensätze auf, die gar nicht bestanden. Es kam zur vielberufenen Konferenz von Charkow, welche soviel Verwirrung anrichtete. Ein Wahnsinniger verfiel auf die Idee, durch Beseitigung Dr. Max Nordaus die Ost-Afrikafrage radikal lösen zu wollen. Am 19. Dezember 1904 bei der Chanukafeier der Pariser Zionisten fand das Revolverattentat auf Dr. Nord au statt, ohne glücklicherweise unserem grossen Gesinnungsgenossen irgend welchen Schaden zu bringen. Erst als das grosse Aktions-Komitee im April 1904 zu einer Tagung in Wien zusammentrat, in welcher Dr. Herzl und das engere A. C. Gelegenheit hatten, die Anklagen der opponierenden Mitglieder des grossen A. C. aus Russland, die Gründe ihrer Beruhigung und. ihre Forderungen in präziser Form kennen zu lernen, war ihnen die Möglichkeit geboten, dokumentarisch nachzuweisen, dass die Befürchtungen, es könnte das engere A. C. Palästina durch Ostafrika ersetzen, grundlos seien. Im Gegenteile erwies Dr. Herzl, dass er und das A. C. unentwegt und mit grösstem Eifer ihre Bestrebungen zur Hebung des Jüdischen Einflusses und zur Erlangung des Endzieles in Palästina fortsetzten. Die Opposition musste an-