Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 232)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 231 — Präs. Dr. Herzl: Ich erteile nunmehr das Wort Sir Francis M'ont ef i. ore. (Grosser Lärm.) Ich bitte um Buhe . . . (Sir Francis Montefiore besteigt die Tribüne. — Der Lärm dauert fort.) Wienn Sie es wünschen, lasse ich eine viertelstündige Pause eintreten (Ziistimmung.), bitte aber dann pünktlich wieder im Saale zu erscheinen. (Die Sitzung wird um 6 TJhr 15 Minuten unterbrochen. —■ Nach Wiederaufnahme derselben um 7 Uhr 15 Minuten.) Präs. Dr. Herzl (mit langanhaltendem, hebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüsst) : Sir Montefiore hat das Wort. Eeferent Sir Montefiore (mit (lauganhaltendem, lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüsst) : Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hochgeehrter Herr Präsident! Wenn ich mich nun erhebe und das Wort ergreife, geschieht es, um Ihnen einige Beobachtungen über Organisation und Agitation zur geneigten Kenntnisnahme zu bringen. So sehr ich mich auch zu diesem Vortrage hingezogen fühle, so sehr ich auch wünschen würde, gleich damit zu beginnen, kann ich mich dennoch nicht dazu entschliessen, ehe ich dem "Vergnügen Ausdruck verliehen habe, dass ich mich erneuert in Ihrer Mitte befinde und Ihnen gesagt habe, wie überaus glücklich ich mich schätze, wieder einmal zwischen gleichgestimmten Herzen mein eigenes schlagen zu hören (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.), mit Bundesgenossen zu harmonieren, deren Seelen gleiche Gefühle, gleiche Gesinnung bewahren — mit einem Worte — wie mich die Tatsache erhebt, in einer grossen Versammlung von Stammesgenossen zu spechen, die alle von dem höchsten und heiligsten! Motive geleitet, zusammen kamen, ein Ziel zu verfolgen, welches noch keine andere Vereinigung der Juden zu erreichen imstande war. Wir, die unsere grosse nationale Bewegung mitzumachen Gelegenheit fanden, wissen doch alle, dass wir jenes segensreiche Mittel sind, den entferntesten AYeltteilen die frohe Kunde zu überbringen, dass wir gewinnen müssen, und dass, wenn wir nur Vertrauen in uns selbst bewahren rind treu bei unserer Aufgabe bleiben, die Tage des Leidens und der Knechtschaft zu Ende gehen und jene des Kuhmes und der Freiheit ihren Anfang nehmen werden. Wir haben es über alle Massen klargestellt, dass wir uns auf uns allein verlassen müssen, wenn das Judentum den ihm gebührenden, seiner Vergangenheit und seiner Geschichte würdigen Platz einzunehmen gewillt ist. Haben wir doch das nationale Bewusstsein so zu wecken gewusst, dass wohl jeder Unparteiische schon heute die Tatsache anerkennt, das „Volk Israel" sei eine Nation in des Wortes vollster Bedeutung, eine Nation, an welche wir glauben, zu der wir Vertrauen hegen, eine Nation,