Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 24)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 23 — Die Fälle des Aufhörens zionistischer Tätigkeit kommen so vereinzelt vor, da ss sie kaum erwähnt zu werden brauchen. Als lebendige Zeugen der Ausbreitung des Zionismus in Russland sind auf diesem Kongresse Delegierte aus Sibirien, Taschkent und auch Vertreter der kaukasischen Bergjuden erschienen, die wir mit ganz besonderer Freude herzlichst begrüssen. (Lebhafter, sich immer wieder erneuernder Beifall und Händeklatschen. — Die Del. Bogatyrew und Mordechaje w danken durch Erheben von ihren Sitzen. — Erneuerter stürmischer Beifall.) Entsprechend der Vermehrung der Zahl der aktiven und organisierten Zionisten ist auch die Zahl der Schekeleingänge sowie der Aktienverkäufe und Kationalfondsspenden und Beiträge in Eussland sehr erfreulich. Die Nationalfondsmarken sind zu einer selbstverständlichen freiwilligen Steuer bei allen Verrichtungen erhoben worden. Was das innere Leben der Vereine betrifft, so ist dasselbe sehr rege und sehr erfolgreich. Es ist das Interesse für das Gesamt- und Gemeinwohl in steter Entwicklung. Als Beweis für die Regsamkeit der zionistischen Organisation in Russland mag angeführt werden, dass die Zentrale im letzten Jahre 14 256 Briefe erhalten und 17 937 abgeschickt hat. Neben mündlicher Propaganda, die sehr eifrig betrieben wurde, wurde auch durch Flugschriften agitiert und beträgt die Zahl der verwendeten Agitationsschriften 180 000, wovon im Elisabethgracler Rayon allein 83 000. Besonders gross ist die kulturelle Tätigkeit der Vereine. Vorträge und Referate werden in denselben abgehalten, die Zirkulare vorgelesen und erläutert, Parteiblätter vorgelesen und kommentiert, über die Vorgänge in der Bewegung debattiert. Fast jeder Verein hat seine Bibliothek und Lesehalle. Man muss das Leben der Kleinstädte kennen, um die Bedeutung der zionistischen Vereine für das geistige Leben der Juden voll zu "würdigen. Nach aussen werden durch die Vereine gemeinnützige Institutionen, insbesondere auf kulturellem Gebiete begründet, die alten gefördert und überall das Bildungsniveau unseres Volkes gehoben. Musterehe der im sind allerorten gegründet worden, Abendkurse, Sonntagsschulen, Bildungsvereine beben die Volksbildung. Die Zionisten des Wolgagebietes haben eine Buchhandlung begründet. Ausserdem hat im gleichen Gebiete die amerikanische Idee des Volksunterriehtes und der Selbstbildung durch Korrespondenz erfolgreich Boden gefasst. Ist auch die auf wirtschaftliche Hebung bezughabende Tätigkeit nicht in das Baseler Programm aufgenommen worden, so drängt die Lage der Juden, in Russland sie unbedingt zu dieser Tätigkeit, deren Erfolge selbst die Gegner nicht verkennen können. So ist beispielsweise in Ekaterinoslaw eine jüdische Sparkasse gegründet worden. Im Bezirke Witebsk existieren 8 solche Kassen, in 5 anderen Orten sind die Verhandlungen zu ihrer Gründung im Zuge. An 4 Orten bestehen