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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 19

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 19 (sequence 20)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 19 — Revisor M. Feldstein: Ich beehre mich, mitzuteilen, class wir vorige Woche eine eingehende Prüfung der Bücher vorgenommen und die Bilanz mit den Büchern verglichen haben. Wir haben sowohl die Bilanz, wie Gewinn- und Verlust-Konto richtig befunden. Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, zu bemerken, dass wir auch die Buchführung in musterhafter Ordnung gefunden haben. (Beifall.) Vizepräs. Dr. Nordau: Die Mitglieder des Legitimationsausschusses werden eingeladen, sich um 5 Uhr im Saale hinter dem Präsidium zu versammeln, um zur Prüfung der Wahllegitimationen zu schreiten. Del. Baker (übersetzt dies ins Englische). Del. Kohan-Bernstein (übersetzt dies ins Russische). Vizepräs. Dr. Nordau: Ich bitte nun den Herrn Architekten Marmorek, den Rechenschaftsbericht des Aktions-Comites vorzutragen. Architekt Oscar Marmorek (mit lebh. Beifall und Händeklatschen begrüsst): Die zionistische Volksbewegung steht im innigen Kontakt mit dem Leben, den Leiden und Freuden des jüdischen Volkes, und diese sind es, welche seine Tätigkeit und Bemühungen bestimmen und dirigieren. Noch auf dem ersten Kongresse konnte der grosse Schilderer der Lage der Juden seinem düsteren Bilde einige, wenn auch wenige Lichter aufsetzen. Heute, nach kaum sieben Jahren, sind sie alle verdunkelt und fast überall, wohin wir unsere Blicke auch wenden mögen, ist die Situation eine düstere, kaum in den ^Nuancen der Trostlosigkeit sich voneinander unterscheidende. — Der V. Kongress tagte unter dem Banne der heranziehenden rumänischen Katastrophe. Die Lage unserer Brüder in Bumänien hat sich seitdem nicht verbessert. Das damals erst in Aussicht gestandene Handwerkergesetz ist zur Wirklichkeit geworden und hat Tausende von jüdischen Existenzen ruiniert, viele zu Verzweiflungsschritten, zur ziel- und planlosen Auswanderung und in den Untergang getrieben. Aber wuchtigere Vorfälle haben die rumänische jSTot in zweite Beihe gerückt. Welche Bedeutung der Zionismus im Leben des jüdischen Volkes erlangt hat, zeigte sich bei diesen Anlässen. Erregten auch die Greuel von Kisehenew die jüdischen Herzen allerwärts und führten zu lebhafter Betätigung des Mitgefühls durch Sammlungen für die unglücklichen Opfer — die Zionisten begnügten sieh nicht mit Geldunterstützung allein, sondern griffen werktätig zu, um die Hilfsaktion zu organisieren, den Unglücklichen mit Bat und Tat beizustehen, ihnen in ihrer furchtbaren Verzweiflung Trost und Mut zuzusprechen und sieh insbesondere der Unterstützungsbedürftigsten anzunehmen: der armen Waisen. Unser Freund Ussischkin inaugurierte die Aktion zugunsten der Waisen Versorgung und Erziehung und wir müssen seine wertvolle, unermüdliche Mitwirkung auf diesem Kongresse entbehren, weil er gegenwärtig in Palästina weilt, um das Projekt der Verwirklichung zuzuführen. Kisehenew ist nur die traurigste, aber durchaus nicht die einzige Katastrophe, welche in der Periode seit dem letzten Kongresse das 2*

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