Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 443 (sequence 443)
- Language
- German, English, Hebrew
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443 schönen Künste. 7. Die Schule für körperliche Erziehung und 8. die Schule für praktische Geschicklichkeiten. In Chautauqua ist principiell das Problem gelöst, mag auch die Ausführung verfehlt sein. Alle anderen Veranstaltungen von Gursen der University Extension bis zu den Biidungsheimen sind zumindest pädagogisch anfechtbar. Sie unterhalten, aber erziehen nicht, sie belehren, aber bilden nicht. Sie regen an, aber gehen nicht in die Tiefe. Sie können als Entwicklungsherd für gewisse, nicht näher zu begründende und auffassbare Lehrmeinungen und Ansichten gute Dienste leisten. In ihnen kann sich die Agitation für gewisse Zwecke festsetzen. Es fehlt ihnen nämlich das Eingreifen zur Ungestaitung des Geistes. Dagegen in Chautauqua werden vielseitige Interessen erweckt und können befriedigt werden. Dort sind alle Möglichkeiten des unmittelbaren geistigen Umformens geboten. Einen jüdischen Chautauqua - Verein ins Leben zu rufen, das wäre mit meiner fünften F o r d erun g d i e Erf ül lun g einer grossen Bildungsthat. Als vorläufiges Surrogat sollen gelten pädagogisch eingerichtete Fortbildungsschulen und Unterrichtscurse. Ich wiederhole Unterrichtscurse, um die Differenzierung zu Vorlesungen besonders hervorzuheben. Sie hindern die Oberflächlichkeit. Alles Getadelte entspricht dem Zuge unserer Zeit nach vielerlei und nach formaU r Bildung, ist aber darum noch nicht gut. Mit der richtigen und wertvollen Fürsorge für die Fortbildung des Volkes leistet man auch eine sociale Arbeit. Solcher ist bei der Bildung und Erziehung des Volkes noch manche nöthig. Nehmet Müttern, welche ihre Kinder nicht warten und pflegen können, welche ihnen keine Erziehung und keinen Unterricht geben können, diese grosse Sorge ab und ersetzet in Krippen (Greenes), Kindergärten und Kinderhorten durch liebende jüdische Frauen die armen Mütter. Der Ruf nach diesen Institutionen istunsere letzte Forderung. Vom ersten Aufkeimen der Menschensoele bis zum vollen Leben soll die Fürsorge für unsere Brüder gerichtet sein. Die Erziehung ist nach Plato das eine Grosse der Menschenthätigkeit. Von jeher war es so beim Juden. Darum muss es uns, die wir eine Erneuerung der Blüte des Judenthums, ein kraftvolles Volk wollen, vor* allem daran gelegen sein, beste Juden zu erhalten. In diesem Sinne waren meine Ausführungen darauf bedacht, den Weg zu zeigen, wie dieses Ziel zu erreichen ist.